1. Die Galamex-Saga - Teil 01


    Datum: 12.04.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... dritte Unternehmen trug den mir unbekannten Namen Lemieux Inc. Ich rief die Details auf meinem ComPad ab. Das Unternehmen gehörte einem Henry Lemieux und handelte hauptsächlich mit Regolith, einem relativ leicht abbaubaren Rohstoff, welches in der ganzen Milchstrasse für die Herstellung von Beton verwendet wurde und auch auf Galamex 2 im Überfluss vorhanden war. Es war aber auch Eisen auf seiner Produktliste aufgeführt. Der Preis dafür war exorbitant: 100 Stellari pro Kilogramm. Auf der Erde kostete Eisen ein Fünfzigstel! Aber eben, auf Galamex 2 musste sämtliches Eisen (bisher) importiert werden, was den horrenden Preis erklärte. Obschon ich nicht die Absicht hatte, mit Glaksson oder Taenaka Geschäfte zu machen, überprüfte ich auch deren Eisenpreise. Diese waren ebenso hoch. Ausserdem verfügten die beiden über grössere Mengen als Lemieux Inc.
    
    "Kennst du zufällig Henry Lemieux?" fragte ich Borys. Er nickte, ohne den Blick vom Horizont zu wenden.
    
    "Guter Mann. Ehrlicher Mann. Kanadier. Arbeite manchmal für ihn."
    
    "Glaubst du, er würde mir die 20 Tonnen Eisen abkaufen?"
    
    Borys grinste.
    
    Henry Lemieux war nicht viel älter als ich. Er hatte eine gewinnende Art, die ihn auf Anhieb sympathisch machte. In seinen Augen funkelte etwas schelmisches, als er von seinem Nanoskop hochblickte.
    
    "Reines Eisen, zweifelsohne. Und sie sind sicher, dass sie mir ihre ganze Ladung verkaufen möchten, Herr Montichiari?"
    
    "Wenn es ok ist, dann bin ich einfach nur Cygnus. Und ja, ich ...
    ... möchte die ganze Ladung verkaufen."
    
    "Dann bin ich einfach nur Henry", antwortete er verschmitzt. "Muss ich mir Sorgen über die Herkunft machen, Cygnus?"
    
    Ich musste unwillkürlich lächeln: Dieselben Zweifel wie Borys, nur etwas gepflegter ausgedrückt.
    
    "Legal erwirtschaftet, durch harte Arbeit, Henry."
    
    "Nun gut, und wieviel möchtest du dafür?"
    
    "Wie wäre es mit 50 Stellari das Kilo?" Seine Stielaugen waren einfach nur köstlich.
    
    "Machst du Witze?! Entweder das, oder du hast das Eisen doch irgendwo gestohlen und willst es nun dringend loswerden. Und selbst Diebe auf der Flucht würden Eisen nicht so billig verkaufen!"
    
    "Ich meine es ernst, Henry. Aber mein Angebot ist an drei Bedingungen geknüpft. Erstens: Du verkaufst das Eisen ausschliesslich an ortsansässige Unternehmen oder an Siedler, die das Eisen brauchen und nicht weiterverkaufen wollen. Zweitens: Du setzt den Verkaufspreis für mein Eisen deutlich unter dem von Glaksson und Taenaka an - und mit deutlich meine ich nicht mehr als 75 Stellari das Kilo. Und drittens: Du gehst mit mir eine Partnerschaft ein welche vorsieht, dass du Eisen künftig nur noch von mir beziehst, zum gleichen oder sogar niedrigeren Preis als heute."
    
    Henry kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sein Blick huschte zwischen mir und Borys hin und her.
    
    "Das ist doch ein Trick, oder? Du willst mir sagen, dass du mir noch mehr Eisen zu diesen Bedingungen liefern kannst?!"
    
    "Kein Trick, Henry", warf Borys gutgelaunt ein.
    
    "Ich werde ...
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