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Die Galamex-Saga - Teil 01
Datum: 12.04.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... dir innerhalb der nächsten zwei Wochen die zehnfache Menge an Eisen liefern, sofern es mir heute gelingt, genügend Leute anzuwerben und die notwendigen Maschinen und Geräte zu kaufen. Und um deine Bedenken betreffend der Herkunft des Eisens zu zerstreuen, besuche mich doch morgen - oder wann immer es dir passt - auf meinem Grundstück." Crow Town war eine typische koloniale Siedlung. In der Stadtmitte befanden sich gut drei dutzend mehrstöckiger Betonklötze, welche einerseits die Stadtverwaltung beherbergten, andererseits die Büros der Grosskonzerne. Jenseits des Zentrums waren die Gebäude viel kleiner und glichen einander wie ein Ei dem anderen, spartanisch und funktional. Alles in allem machte die Stadt einen tristen Eindruck, denn von Grün fehlte jegliche Spur. Immerhin befand sich in einer der kleinen Bauten ein heimelig eingerichtetes Restaurant, welches nicht nur aufgekochte Standardrationen anbot. Es gab Reis und sonstiges Gemüse, welches der Koch, ein netter Inder der das Lokal betrieb, lecker zubereitet hatte. Borys und ich sassen an einem Tisch und warteten auf eine Gruppe Leute, die mein osteuropäischer Freund aufgeboten hatte. Die meisten von ihnen sollten mir bei der Eisenernte helfen, der Rest für Sicherheit auf meinem Grundstück sorgen. Da ich Borys zum Essen eingeladen hatte, schlug er kräftig zu. Ein kleines Mädchen brachte ihm gerade seine dritte Schüssel Reis. "Sag mal Borys, gehört der Gleiter eigentlich dir?" "Geleast", brachte er zwischen ...
... einem Löffel Reis und dem nächsten hervor. "Für fünf Jahre. Danach werde ich ihn wohl zurückgeben müssen." "Kannst du ihn denn am Ende der fünf Jahre nicht kaufen?" fragte ich neugierig. "Können, ja, habe aber nicht genug Geld. Verdiene zu wenig", schmatzte er. "Wieviel kostet denn so ein Gleiter?" "Zweihunderttausend Stellari. Ich kann in fünf Jahren knapp die Hälfte bezahlen. Etwas mehr als die Hälfte wenn ich nicht schlafe, nichts esse und nichts trinke!" Wir mussten beide über seine Bemerkung lachen. Gute Geschäfte machten hier offenbar nur jene, die bereits eine Menge Geld hatten. Ich wollte dafür sorgen, dass sich dies änderte. "Wie wäre es, wenn ich den Gleiter für dich kaufe? Dafür arbeitest du mindestens ein Jahr lang nur für mich - zu einem fairen Lohn." Er legte seinen Löffel beiseite, wischte sich den Mund und blickte mich ernst an. "Was ist für dich ein fairer Lohn?" "5000 Stellari im Monat - und nach einem Jahr gehört der Gleiter dir. Dafür transportierst du Sachen für mich, fährst mich herum und hältst den Gleiter in Stand." Er stand auf und blickte mich feierlich an. "Du hast gerade einen Freund fürs Leben gefunden, Cygnus." Es vergingen zwei Wochen, bevor Henry Lemieux dann auch tatsächlich mein Grundstück besuchte. Er kam in Begleitung seiner Frau, Jacqueline, einer zierlichen Brünetten mit dem ansteckendsten Lachen, das ich je gehört hatte. Sie war hellauf begeistert, als sie das Wäldchen erblickte, welches inzwischen den ...