1. Die Galamex-Saga - Teil 01


    Datum: 12.04.2020, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... dass sie mir eine Antwort schuldig bleiben würde. Doch dann ergriff sie das Wort.
    
    "Die Antwort darauf verlangt meinerseits einen gewissen Vertrauensvorschuss dir gegenüber. Und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich dir tatsächlich vertrauen kann, Cygnus."
    
    "Ich verstehe", antwortete ich. "Du bist vermutlich an eine Verschwiegenheitsklausel gebunden. Dann kannst du vielleicht die folgende Frage beantworten: Warum führst du eine Kanzlei, die kein Geld einnimmt?"
    
    Zum ersten mal erschien ein aufrichtiges Lächeln auf ihrem schönen Gesicht.
    
    "Weil ich bereits genug Geld verdient habe, um nie wieder dafür arbeiten zu müssen. Weil ich gerne als Anwältin tätig bin. Und weil ich den kleinen Leuten, die sich in der Regel keinen Rechtsbeistand leisten können, helfen will."
    
    Ich erwiderte ihr Lächeln. Henry Lemieux hatte sie treffend beschrieben. Sie war, auf ihre Art und Weise, eine Gleichgesinnte.
    
    "Zurück zu deiner Frage, Alina", wechselte ich das Thema. "Vorerst werde ich noch keine Bäckereien eröffnen können. Der Weizen den du gesehen hast, ist ungeniessbar. Obschon ich nun seit mehreren Wochen versuche, dieses Problem zu lösen, ist es mir noch nicht gelungen. Das liegt vor allem daran, dass ich dafür nicht genug Zeit erübrigen kann. Die Leitung meines Unternehmens nimmt mich praktisch rund um die Uhr in Anspruch. Einerseits weil es so schnell wächst, andererseits weil mir die Konzerne, aktuell hauptsächlich Glaksson, das Leben schwer machen. Mein Sicherheitschef, ...
    ... Yegor Melnyk, konnte bereits drei Spione identifizieren. Vermutlich sind aber noch mehr vorhanden, da ich inzwischen fast zweitausend Leute beschäftige. Es wurden nachweislich Eicheln meiner Eisenbäume gestohlen. Das ist zwar kurzfristig gesehen kein Problem, da damit keine gewinnbringende Eisenextraktion durchgeführt werden kann, aber sie könnten als Ausgangspunkt dazu dienen, meine genetischen Modifikationen nachzubilden. Ich habe mich bisher davor gesträubt, ein Patent auf meine Original-Modifikationen anzumelden, denn das koloniale Patentamt trieft vor Korruption. Es würde dann nicht lange dauern, bis meine Daten in die Hände der Konzerne fallen würden."
    
    "Kluge Entscheidung", kommentierte Alina. "Auch wenn es Mittel und Wege gäbe, solche Indiskretionen zu verhindern."
    
    "Genau wegen solchen Dingen brauche ich jemanden wie dich, Alina. Jemanden der die Kniffe im Konzerngeschäft kennt. Jemanden der weiss, wie sie vorgehen und die geeigneten Gegenmassnahmen einleiten kann."
    
    "Du möchtest also, dass ich dich rechtlich vertrete?"
    
    "Nein, Alina. Ich möchte, dass du die Leitung über das operative Geschäft übernimmst."
    
    Für der Bruchteil einer Sekunde zeigte sie sich tatsächlich überrascht.
    
    "Du willst mir die Schlüssel zum Königreich überreichen? Du kennst mich doch gar nicht."
    
    "Natürlich müsstest du dich bei den langfristigen strategischen Entscheidungen mit mir absprechen. Aber ich habe den Eindruck, dass du und ich ähnliche Interessen verfolgen."
    
    "Ich habe mir ...
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