1. Sophies Reifeprüfung 06


    Datum: 07.05.2020, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... relativ schnell gekommen und wie ein naßer Sack auf die Matratze gekippt. Im Nachhinein bereute Sophie, dass sie die gewonnene Zeit nicht für eine ausgiebigere Körperpflege am Waschbecken genutzt hatte. Sie fühlte sich furchtbar elend, war durstig und erschöpft. Aber das Tagessoll war noch nicht erfüllt.
    
    ***
    
    Nr. 5-6
    
    Mit dem aufgedrehten Backpacker war es anfangs ganz nett. Zum ersten Mal an diesem Abend suchte jemand den Dialog mit Sophie. Dazu war er interessant und witzig. Nun ja, auch wenn sie ihm die Story nicht recht glauben mochte, dass ihn in seiner neuseeländischen Heimat ein Millionenerbe erwartete und dass er ihr dann ein Flugticket spendieren würde. Außerdem war er bei näherer Betrachtung definitiv nicht so jung, wie er behauptete. Fast ledrig war die sonnengegerbte Haut und er stank erbärmlich nach altem Schweiß. So oder so, war er nicht ganz nüchtern und sein Hup-Hup Spiel mit ihren Brüsten auf die Dauer mehr lästig als lustig. Nach einem zähen Fick wollte er dann auch noch die Zeche prellen. Angeblich hatte er geglaubt, die Dienstleistung sei im Zimmerpreis inbegriffen. Mit bebender Unterlippe feilschte Sophie um jeden Cent, der ihr verdammt nochmal zustand und musste sich am Ende doch mit dem halben Preis zufrieden geben.
    
    Bei dem arrivierten Elektromeister (52), der anschließend zum Schuss kam, wusste Sophie immerhin woran sie war -- oder fast. Wie vereinbart massierte sie zuerst seinen haarigen Rücken, ehe sie auf seinem Schoß platznehmen durfte. ...
    ... Bei dem folgenden Ritt hielt der schnaufende Handwerker Sophie so fest umschlungen, dass sie beinahe Platzangst bekommen hätte. Folglich war sie wehrlos in seinem Klammergriff gefangen, als er seine Lippen auf die ihren drückte und die fette Zunge hineinpresste. Noch lange später wurde Sophie ganz flau im Magen bei dem Gedanken daran, wie der pelzige Lappen ihren Mund erobert hatte. Bitte, bitte, lass den nächsten wenigstens unter 40 sein, flehte sie zum Himmel! Und er musste schnell kommen, denn die Zeit verrann.
    
    ***
    
    Nr. 7
    
    Hermann spazierte bedächtigen Schrittes durch das nächtliche Bahnhofsviertel. Die Hitze hatte seinen ohnehin labilen Schlafrhythmus endgültig durcheinander gebracht, warum also nachhause gehen? Außerdem war das Viertel so etwas wie ein zweites zuhause für ihn, zumindest war es das viele Jahrzehnte lang gewesen. Prüde Verbotspolitiken, die Mietmafia und andere Geldhaie hatten die Drogenkriminalität zwar nur von der Haupt- in eine Parallelstraße verschoben, aber diesem Viertel seinen urigen Charme zu rauben, das war denen gründlich gelungen. Wo früher eine gemütliche Stehkneipe gewesen war, protzte jetzt ein sogenanntes Bistro, das sich offenbar auf Gerichte spezialisiert hatte, die nicht sattmachten. Das gute alte Theater mit den Peep-Shows daneben hatten sie aus Brandschutzgründen geschlossen und durch einen „store" für irgendeinen neumodischen Kram ersetzt. Dem Strom der Zeit trotzte nur noch das Stundenhotel an der Ecke Rheinstraße. Auch wenn die ...
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