1. Eine misslungene Entführung - 02


    Datum: 13.11.2020, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... musste dringend herausfinden was hier eigentlich los war und wie er in diese Situation gekommen war.
    
    Beruhigend war kurzfristig erstmal, dass offenbar niemand sonst wusste, dass sie hier waren und er mit keiner unangenehmen Überraschung rechnen musste.
    
    Die alte verlassene Werkstatt in der sie sich befanden war bis auf zwei in die Wand geschraubte metallene Regale, einigen verrosteten Stühlen und einer KFZ-Grube über der der Mercedes stand, leer. Vier Säulen trugen das gewölbte Dach -- hinter einer davon hatte er sich kurz zuvor erfolgreich verstecken können. Der Innenraum war rundherum geschlossen und fensterlos. Es gab zwar einige Maueröffnungen, die waren jedoch von innen mit Holzverschalungen zugenagelt. An der Rückseite war eine metallene Türe - nicht zu erkennen ob sie sich öffnen ließ.
    
    Einzig das Einfahrtstor war offen -- ob sich das verschließen lässt war im Moment aber ebenfalls nicht festzustellen. Es war auch unklar ob dieser ganze Raum überhaupt noch Strom hatte.
    
    Er öffnete vorsichtig und leise die Fahrertüre des Transporters -- die beiden mussten ja nicht gleich hören wo er gerade war und was er machte. In der Seitentüre fand Martin eine große schwarze Handtasche -- Jackpot!
    
    Er durchsuchte die Beifahrerseite ebenfalls und fand dort ein am Ladekabel steckendes Handy und im Handschuhfach einen Packen Kabelbinder von der Bauart mit dem sie ihn gefesselt hatten.
    
    Nebenbei bekam er einen guten Blick auf sein schmerzendes Gesicht und seinen Kopf im ...
    ... Außenspiegel des Transporters. Er sah furchtbar aus. Die ganze rechte Seite war blutverkrustet. Bei näherem Hinsehen erkannte er an der Schläfe zumindest kein frisches Blut mehr -- musste also halbwegs gut ausgegangen sein und musste wahrscheinlich auch nicht genäht werden.
    
    Martin ging mit seiner Beute zurück ins Büro -- die beiden Schönen waren tatsächlich ganz brav liegengeblieben und hatten bis jetzt nichts mehr von sich hören lassen.
    
    Er ließ Simone ihre Arme nach vorne strecken und fixiert sie mit den Kabelbindern mehrfach von oben bis unten bis sie bewegungslos vor ihm lag wie ein Rollbraten.
    
    Sie gehorchte jeder Anweisung sofort und wie ein Lämmchen.
    
    „Wie heißt ihr beiden?"
    
    „Anna und Lena" sagte die Ältere bevor Simone noch irgendwas sagen konnte.
    
    Martin lachte kurz auf „Du hast noch immer nicht verstanden wie das hier läuft, oder?"
    
    Er schlug ihr mit der flachen Hand brutal von oben auf den Hintern und ein zweites Mal -- nicht ganz so brutal -- auf den Kopf.
    
    „Ich hab sowas die Schnauze voll von euch -- wenn ich jetzt das Gefühl habe ihr verarscht mich nach all dem auch noch, dann lass ich euch hier abholen und wünsch anderen viel Spaß mit euch"
    
    Das entsprach zumindest im Groben einem Plan der er sich ganz rudimentär bisher ausgedacht hatte -- einem für ihn gefahrlosen Plan, der den beiden die maximal mögliche Angst einjagte und dafür sorgte dass sie ihre Strafe bekamen und nicht mehr auf solche Ideen kamen.
    
    Er klopfte Simone mit dem Kopf des ...
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