1. Valerie - Geschichte eines Lebens


    Datum: 25.06.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... körperlich defekt zu sein.
    
    „Du auf mein Pipi wollen?"
    
    „Beim nächsten Mal vielleicht", sagte ich lachend und verschwand unter die Dusche. Als ich zurückkehrte, war Ivanna, samt meiner Geldbörse und allen Kreditkarten verschwunden.
    
    ***
    
    Warum plötzlich die Erinnerung an diesen Tag über mich kam, konnte ich nicht erklären. Es war damals das erste Mal, dass ich mit einer Frau intim wurde, aber auch das erste Mal, dass ich diese Erfahrung käuflich erwarb. Es war etwas Besonderes, etwas, das ich bei Männern nie gespürt oder genossen hatte.
    
    Ich war nicht lesbisch, aber ich war auch nicht ausschließlich heterosexuell. Mein Herz schlug seitdem für beide Geschlechter gleichermaßen. Es war keine Liebe, denn für solche Gefühle gab es in meinem Leben keinen Platz. Es war reine Lust, die ich sowohl bei Frauen als auch bei Männern empfand.
    
    Die einfache Möglichkeit, sexuelle Befriedigung zu erlangen, überraschte mich. Die Leichtigkeit, durch Geld meine Bedürfnisse zu erfüllen, wurde zu einem Teil meiner Karriere. Ich brauchte keine Beziehung, um mein Verlangen zu stillen. Es war ein Arrangement, das mir ermöglichte, meine Triebe ohne Komplikationen auszuleben.
    
    Doch wieso war es mit Sue jetzt völlig anders? Sie küsste mich, ich bezahlte für ihre Anwesenheit, dennoch wollte sich diese unbändige Begierde nicht entfalten. Das Verlangen nach ihr war da, aber auf einer anderen Art und Weise. Ich wollte sie einfach nur an meiner Seite haben, an meinem Tisch, in meinem Haus, in ...
    ... meinem Leben.
    
    Kapitel 4
    
    Erschöpft kehrten Sue und ich am frühen Abend in unser Ferienhaus zurück. Unsere Hände waren vollgepackt mit Einkaufstüten, deren Inhalt den ausgiebigen Shopping-Tag widerspiegelten. In St. Austell hatten wir kein Geschäft und keine Auslage unberührt gelassen. Die Vielfalt lockte uns, und ich musste zugeben, dass die meisten Einkäufe für Sue waren. Ihre schlanke Figur schien für die neue Mode wie gemacht zu sein.
    
    Ich blieb meinem Business-Stil treu, doch ich hatte auch eine Ausnahme gemacht und mir eine blaue Jeans und ein paar Sneakers gekauft. Nach über zwanzig Jahren auf hohen Absätzen musste ich erst lernen, in flachen Schuhen zu laufen. Man hatte mir versichert, dass sie äußerst komfortabel seien, aber die Gewohnheit der hohen Absätze prägte sich tief in meinen Gang ein.
    
    Für unser Abendessen hatten wir uns eine Kleinigkeit vom chinesischen Imbiss mitgenommen. Wir hielten die Boxen in unseren Händen, gefüllt mit angeblich acht Köstlichkeiten, und machten es uns auf der bequemen Ledercouch gemütlich. Zwei Gläser Sekt standen auf dem Couchtisch, an einem klebte der Abdruck meines Lippenstifts. Der Fernseher lief, und eine Casting-Show versuchte uns zu unterhalten.
    
    Offen gesagt empfand ich die Sendung als ziemlich schlecht. Weder das Essen noch der Perlwein konnten meinen Gaumen erfreuen. Doch Sue strahlte über das ganze Gesicht und schien jeden Moment zu genießen. Sie war in ihrer eigenen Welt versunken. Sie lächelte, war vollkommen ...
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