1. Valerie - Geschichte eines Lebens


    Datum: 25.06.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... entspannt und wirkte einfach glücklich. „Scheiße, war das lustig", sagte Sue und nippte an ihrem Sektglas, als die Show zu Ende war. „Danke für den schönen Tag. Soll ich dich jetzt lecken?"
    
    Erstaunt blickte ich sie an. Beinahe wäre mir der Kelch aus der Hand gefallen. Es ging nicht. Ich spürte kein Verlangen. „Ich habe etwas Kopfschmerzen."
    
    „Glaub mir, die gehen dadurch weg", erwiderte Sue und schmiegte sich an meinen Körper. Ihr Duft war frisch und ich konnte mein Parfüm an ihrem Körper wahrnehmen.
    
    Ihre Hände begannen, an meiner Bluse zu wandern und wollten den ersten Knopf öffnen. Doch ich hielt sie fest. „Nein. Bitte nicht."
    
    „Scheiße, willst du schon ins Bett?" Ihre Augen wurden groß, aber ein Lächeln huschte über ihre Lippen.
    
    „Ich glaube, ich lege mich wirklich hin", hauchte ich. Es fiel mir schwer, zu atmen. Ich musste weg, fliehen. Ich musste das Zimmer verlassen.
    
    „Träum schön", gab sie mir einen Kuss auf die Lippen, als ich aufstand und mich verabschiedete.
    
    Ich entledigte mich meiner Kleidung, nahm eine Schlaftablette und legte mich erschöpft in mein Bett. Doch kaum hatte ich meinen Kopf auf das Kissen gelegt, begann das Karussell der Gedanken sich erbarmungslos zu drehen. Die Erinnerungen und Bilder wirbelten wild durcheinander, als würde jemand meinen Geist absichtlich vom Schlaf fernhalten.
    
    Da war Sue, die verlockend vor mir stand, mit ihrem frechen Lächeln und den funkelnden Augen. Ich sah mich selbst, wie ich ihr verlangend ...
    ... entgegenblickte, die Begierde in mir aufsteigend. Und dann waren da auch die anderen, die Menschen. McMillen, Pierre, Claudine, Ivanna, Hendrik und viele mehr.
    
    ***
    
    New York, vor 10 Jahren - Karrieresprung
    
    Die Fortschritte der modernen Technik waren wahrlich ein Wunder der Neuzeit. In nur wenigen Jahren hatte sich die Art und Weise der Kommunikation drastisch verändert. Das Internet war längst nicht mehr nur den Privilegierten vorbehalten, sondern für jedermann zugänglich geworden. Handys hatten sich zu Smartphones entwickelt, die mit ihren bahnbrechenden Funktionen eine neue Ära einläuteten. Messenger-Apps ersetzten allmählich die herkömmliche SMS, integrierte Kameras ermöglichten gestochen scharfe Fotos und sogar Videoaufnahmen. Die Welt war auf einmal vernetzt und wurde dadurch immer kleiner.
    
    Ich erinnerte mich noch gut daran, wie ich zum ersten Mal ein iPhone in meinen Händen hielt und mich zunächst überfordert fühlte. Auf einer Bühne stand ein schlanker, etwas unbeholfen wirkender Mann, der von der Menge bejubelt wurde, während er das kleine Gerät präsentierte. Es dauerte eine Weile, bis ich begriff, welche Möglichkeiten sich mit diesem kleinen Alleskönner boten. Es wurde zu meiner Waffe.
    
    Kurz vor Mittag betrat ich den imposanten Büroturm in der Rector Street. Unsere Außenstelle, im Finanzviertel von Manhattan, war das Aushängeschild der Bank. Die Führungsebene in New York bestand aus einem Ehepaar, den Wagners, die trotz solider Geschäftszahlen den Umsatz weiter steigern ...
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