1. Rehabilitationsmaßnahmen 02


    Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... und mit dir reden. Es kann eine Weile dauern, bis wir uns wiedersehen, aber das wird nach der Reha sicher passieren. Bitte gib mir deine Telefonnummer, damit ich dich anrufen und informieren kann, was weiter mit mir gemacht wird."
    
    Bevor ich mich auf die Heimreise begeben konnte, kam aber noch eine Frau von der Pflege- und Sozialstation zu mir und redete mit mir über eine Anschlußheilbehandlung. Eine Reha in der Herzklinik in Bad Krozingen. Sie hätte auch schon alles in die Wege geleitet und ich würde in den nächsten Tagen einen Brief von der Klinik erhalten, in der ich dann die nächsten Wochen verbringen durfte. Heißa, in Krozingen war ich schon viermal, also nicht in der Herzklinik, aber in zwei anderen Häusern. Es würde zwar kein Urlaub werden, aber es würde mir gut tun. Und ich wusste, was mich erwarten würde.
    
    Zuerst aber galt es, den Betrieb im Eisiglu zu organisieren. Ich konnte es Mel unmöglich zumuten, den Laden den ganzen Tag alleine zu managen. Schon wegen der Kinder war das nicht möglich. Heike erklärte sich bereit, ganztägig da zu sein, als Rentnerin hatte sie ihrer Meinung genug Zeit für so etwas und konnte auch noch ein klein wenig zu ihrer Rente hinzuverdienen. Meine Pflegetochter Louise nahm sich vier Wochen Urlaub und in den 9 Tagen, an denen ich zwischen Krankenhaus und Reha zuhause war, hatte ich genug Zeit, sie in die Abläufe der Arbeit einzuweisen. Nur Eis durfte sie keines machen, das war Melanie vorbehalten, die es schließlich gelernt ...
    ... hatte.
    
    Meine Frau war nicht begeistert, als ich ihr sagte, dass ich drei Wochen nicht zu Hause wäre, eher sogar vier, denn ich sah unweigerlich eine Verlängerung auf mich zukommen. Ich war schon öfter auf Reha.
    
    * * *
    
    Freitag, 09.Juni 2023
    
    Nach viel zu wenigen Tagen im Kreis meiner Familie hieß es wieder Abschied nehmen. Ein Kleinbus vom Taxiunternehmen kam vorbei, um mich abzuholen, denn ich sollte es vermeiden, selbst zu fahren.
    
    "Zu gefährlich", meinte meine Ärztin und Mel wollte ich es nicht zumuten, für einigen Stunden die Mädchen, die am Mittag aus der Schule und dem Kindergarten kamen und etwas essen wollten, alleine zu lassen.
    
    * * *
    
    Nun stand ich in Bad Krozingen in der Reha-Klink an der Rezeption, mein Gepäck hinter mir auf einem Wägelchen gestapelt und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Zuerst wurde mir mein Zimmerschlüssel ausgehändigt und eine Menge anderer nützliche Papiere. Lageplan, Speiseplan, wie ich zu meiner Station kommen konnte und eine Broschüre von Bad Krozingen. Ich nahm alles in Empfang, meldete Telefon und Internet an, schnappte mir mein Gepäck und fuhr mit dem Lift in den ersten Stock. Als ich ausstieg sah ich gleich das Stationszimmer, wo ich mich anmelden sollte. Die Stationsschwester, eine hübsche zierliche Asiatin mittleren Alters nahm meine Personalien auf, wies mich in die Station ein und zeigte mir, wo ich was finden konnte. Ab 12 Uhr gäbe es Mittagessen, bis dahin hätte ich genug Zeit um meine Sachen im Zimmer einzuräumen. Ich ...
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