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Rehabilitationsmaßnahmen 02
Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... abgenommen, meiner Meinung nach etwas zu schnell, aber es war ja erst der Anfang gemacht und es würden auch noch andere Zeiten auf mich zukommen. Diese bittere Erfahrung hatte ich auch schon nach meiner letzten Reha 2017 gemacht. Damals hatte auch das Scheitern der Beziehung zwischen Oberschwester Regina und mir eine große Rolle gespielt, als dann anschließend Frustfressen angesagt war. Ich war mir sicher, dass mir diesmal eine solche Situation erspart bleiben würde. Ich hatte Melanie kurz nach dem Fiasko mit Regina als Frau und Mutter richtig kennen und lieben gelernt und Nägel mit Köpfen gemacht ( siehe: Final Fantasy ). Jetzt hatte ich Frau und Kinder, war emotionell ausgeglichen, weil ich wusste, dass jemand auf mich wartete und auf mich zählte. Die Ausgangslage war also eine ganz andere als vor 6 Jahren. * * * Das erste "Ergometrieren" machte mir keine Schwierigkeiten. 20 Minuten mit wechselnden Belastungen, ein lockeres Eintreten ohne dass ich ins Schnaufen oder Schwitzen kam. Aber beim MTT merkte ich schnell, wo meine Grenzen waren. Der gestrige Tag kam mir schmerzhaft in Erinnerung und auch das Eingeständnis, dass ich die letzten Jahre nach dem Motto "Jede Bewegung, die nicht unmittelbar zur Nahrungsaufnahme oder Fortpflanzung führt, ist in sich pervers und daher zu vermeiden" gelebt hatte, rächte sich jetzt. Die Übungen fielen mir von Gerät zu Gerät immer schwerer, als hätte ich es geahnt, hatte ich schon mit den schwierigsten begonnen, aber die letzten 20 ...
... Minuten auf dem Ergometer kamen mir vor wie eine Bergetappe bei der Tour de France. Immer steil bergauf und nur Gegenwind. Nun fühlte ich mich so alt, wie ich wirklich war. Aber Zeit zum Hinlegen und Ausruhen hatte ich keine, musste ich doch diese Zeilen zu Papier bringen, bevor mir die Ereignisse durch mein als Nudelsieb bekanntes Gehirn hindurch geronnen waren. Eins noch, bevor ich es vergesse. Ich habe anfangs versucht, das Ganze zu verdrängen, aber das war ein Schuss ins Ofenrohr. Egal ob ich bei der Visite wartete, zum Stationszimmer oder zum Speisesaal ging, welchen Flur ich auch benutzte, ständig begegnete mir diese Frau. Ich wusste nicht wie sie hieß, geschweige denn wer sie war, aber sie lief mir dauernd über den Weg. Und diese Frau war bemerkenswert. Warum? Weil sie mich verdammt nochmal an Melanie erinnerte. Etwas größer als ich, dunkelbraune lange Haare statt blonde wie bei Mel, dafür keine Brille und sie trug immer lange, schwingende Faltenröcke, die ihre erotische Art sich zu bewegen nur umso mehr betonten. Eben wie Mel. Sie hatte immer ein freundliches Lächeln für mich, das mich bis in den Schlaf hinein verfolgte. Aber was wollte sie schon von einem so alten Zausel wie mir? Obwohl, Melanie ist auch 31 Jahre jünger als ich.... Und wenn ich diese unbekannte Schönheit so von hinten betrachtete, wenn sie mit wehendem Rock und wiegenden Hüften vor mir herging, dann bekamen meine Gedanken Flügel und ich hob innerlich ab, um gleich darauf mit voller Wucht wieder auf ...