1. Rehabilitationsmaßnahmen 02


    Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... dem Boden der Realität aufzuschlagen.
    
    * * *
    
    Und plötzlich sprach sie mich ganz unverhofft an, als ich nicht darauf gefasst war. Ich saß an meinem Tisch nahe bei der Rezeption und hatte vor lauter konzentriertem Schreiben gar nicht mitbekommen, dass sie zu mir heran getreten war. Als sie sich kurz räusperte, zuckte ich zusammen und sah erschrocken auf.
    
    Sie nahm mir gegenüber Platz und ich blickte in ein Gesicht, das mich immer wieder in seinen Bann zog, das mich die letzten Tage verfolgt hatte und das widersprüchliche Emotionen in mir geweckt hatte.
    
    Halt, halt, halt, Arne, lass das Träumen, vor allem, wenn die Träume so unrealistisch sind wie dieser. Der Gedanke an meine Familie war für mich wie ein Schlag ins Gesicht.
    
    Aber trotzdem erschien es mir wie das schönste Lächeln der Welt. Sie lachte doch wirklich mich alten Esel an und mir war, als würde eine zweite Sonne aufgehen.
    
    "Darf ich Sie mal fragen, was Sie da eigentlich machen?"
    
    "Ich schreibe die Geschichte meines Herzinfarktes nieder, den Krankenhausaufenthalt in Waldshut, die Reha hier in der Klinik und alles was mir interessant erscheint", gab ich ihr als Antwort.
    
    "Oh, und komme ich in dieser Geschichte von unserer Klinik vielleicht auch vor?"
    
    Hoppala, was sollte denn das jetzt? Nachtigall, ick hör dir trapsen!
    
    "Wenn Sie es möchten, junge Frau, warum eigentlich nicht? Sie sind ein Blickfang und würden diese Story auf ein ganz anderes Level heben. Wollen Sie mit ihrem echten Namen auftreten ...
    ... oder bevorzugen Sie ein frei erfundenes Pseudonym? Bei ersterem bräuchte ich natürlich Ihren Namen, denn ich müsste mir ja ihr Einverständnis vor der Veröffentlichung einholen."
    
    "Und was möchten Sie sonst noch von mir wissen, was interessiert Sie noch alles von mir?"
    
    "Vorlieben, Abneigungen, Adresse, Telefonnummer und vor allem WARUM? Und warum gerade ich?"
    
    Sie lachte mich mit blitzenden Zähnen an.
    
    "Habe ich noch etwas Bedenkzeit?", wollte sie neugierig wissen.
    
    "Soviel Sie möchten, Schönheit. Ich will und werde Sie zu nichts drängen. Aber ich natürlich nur noch die nächsten 3 oder 4 Wochen hier. Damit will ich Sie natürlich nicht unter Druck setzen, das ist nur als Information gemeint."
    
    Sie lächelte geheimnisvoll und sagte: "Nun gut, ich werde Ihnen Bescheid geben. Das kann aber ein paar Tage dauern, denn sowas will gut überlegt sein."
    
    Sie schenkte mir (ja, das empfand ich als Geschenk) noch ein strahlendes Lächeln, drehte sich schwungvoll auf der Stelle herum, was ihren langen, lockeren Rock um ihre schönen Beine schwingen ließ und mir ihre braungebrannten Waden preisgab. Ein Anblick, für den so mancher Mann einen Mord begangen hätte und als sie von mir mit einem hocherotischen Hüftschwingen davonschwebte, da zählte ich mich zu dieser Gruppe auch dazu.
    
    Wo war ich denn hier nur gelandet? Eigentlich sollte ich ja mein Herz schonen und dann diese geballte verführerische Weiblichkeit. Elena, meine Tischnachbarin, Lehrerin mit 31 Jahren und Herzinfarkt, ...
«12...141516...50»