1. Rehabilitationsmaßnahmen 02


    Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... ich das hörte. Sie war die Chefsekretärin der Klinikchefin? Arne, wo bist du da gelandet? Ist das nicht eine Nummer zu groß für dich?
    
    Dem Namen nach stammten ihre Vorfahren aus Griechenland, auch wenn sie akzentfreies Deutsch sprach. Wie sie mir später erzählte, waren ihre Eltern aus Thessaloniki nach Deutschland gekommen, aber sie war in Freiburg geboren worden. Mir fiel Cäsars Spruch ein. "Timeo Danaos et dona Ferentes. Ich fürchte die Griechen, auch wenn sie Geschenke bringen."
    
    Klar, es gibt Frauen für die ich einen Krieg anfangen würde, aber wichtiger war mir die Frau, für die ich diesen Krieg beenden würde. Konnte das Devi sein? Da war ich mir nicht ganz sicher, wobei ich bei Melanie absolut keine Zweifel hatte.
    
    Wir wussten nicht, ob den anderen etwas aufgefallen war, aber es wurde spürbar leiser in unserer Umgebung. Neugierige Blicke streiften uns, aber wir gaben uns unbeteiligt und ignorierten das leise Getuschel um uns herum.
    
    "Ich muss wieder an meine Arbeit, schaue aber später noch einmal bei dir vorbei," meinte sie mit einem Augenzwinkern und wie so oft konnte ich nur fasziniert hinterher schauen. Dieser aufrechte gleitende Gang, das sanfte erotische Hüftschwingen beschwingte mich und alle gesundheitlichen Bedenken waren wie weggewischt.
    
    Zur Hölle damit, man lebte nur einmal.
    
    * * *
    
    Beim Mittagessen sah ich Arnes fragende Blicke, aber mit leichtem Kopfschütteln gab ich ihm zu verstehen, dass ich nichts sagen würde, solange Susanne und Elena ...
    ... noch mit uns am Tisch sitzen würden. Ich hatte absolut keine Lust auf spitze und ätzende Bemerkungen, die sicher von den beiden Ladies kommen würden.
    
    Als wir endlich alleine am Tisch waren, klärte ich ihn über die Situation auf und Arne nickte verstehend, schließlich war er Rechtsanwalt, weltgewandt und hatte eine sehr schnell Auffassungsgabe. Mit einem verschmitzten Lächeln und einem flapsigen "du kleiner Schelm, du" äußerte er seine Meinung zu dieser Angelegenheit.
    
    Auch Prof. Selim hatte scheinbar etwas mit bekommen, denn jedes Mal wenn er mich ansah, schüttelte er den Kopf und begann zu lachen. Allerdings würde er noch heute abreisen, ein paar Tage Urlaub bei der Familie in Istanbul machen und sich auf eine Operation In Aserbeidschan vorbereiten. Wie ich mitbekommen hatte, würde er ein Familienmitglied aus Kreisen der dortigen Regierung behandeln und operieren ( ich weiß, wer es ist, aber Selim hat mich gebeten, nichts darüber verlauten zu lassen). Außerdem pendelte er ständig zwischen Europa und den USA hin und her, wo er im "Memorial Hospital" seine ärztliche Kunst ausübt. Von seiner Seite aus musste ich also auch nicht befürchten, dass Interna ausgeplaudert wurden. Arne war als Anwalt mit Verschwiegenheit vertraut und den beiden Damen an unserem Tisch hatte ich nichts preisgegeben. Wenn ich Devi begegnete oder sie mal zu mir an den Tisch kam, dann verhielten wir uns wie Personen, die den anderen respektierten und achteten. Wir wurden nicht zu persönlich oder ...
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