1. Rehabilitationsmaßnahmen 02


    Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... und an meinem Ringfinger blitzte der gleiche einfache goldene Ehering auf, den auch sie trug, aber bei mir an der Linken. "Wenigstens in dieser Beziehung passen wir zueinander."
    
    "Sieh zu, dass du in die Diagnostik kommst und mach bitte ein ernstes Gesicht, wenn du mein Zimmer verlässt. Die anderen Patienten brauchen nicht zu sehen, dass wir uns amüsiert haben."
    
    Ich zwinkerte ihr noch einmal zu, dann machte ich mich mit bemüht ernster Miene auf den Weg zum Aufzug.
    
    In der Diagnostik hängten sie mir das Langzeit-EKG vor die Brust und drei aufgeklebte Sensoren maßen für die nächsten 24 Stunden meine Werte.
    
    Trotzdem durfte ich am Nachmittag zum Ergometertraining und für eine schweißtreibende Stunde zum MTT. Es war sehr heiß an diesem Tag und am Abend war ich ordentlich groggy.
    
    * * *
    
    Mittwoch, 21.Juni 2023
    
    Business as usual,
    
    Wiegen, Blutdruck usw.
    
    Um 07:40 Uhr musste ich in der Diagnostik sein, damit das Langzeit-EKG entfernt werden konnte.
    
    Zum Frühstück hatte ich nur eine Tasse Kaffee und ein Glas Wasser gehabt, denn sie hatten ein Attentat namens "Belastungs-EKG" mit mir vor. Nur zu, dachte ich mir, wieder radeln und diesmal im Liegen.
    
    Vor Beginn der Tour ein erneutes Blutdruck messen ( 130 - 70 - 64 ) und dann strampelte ich los. Das Programm erhöhte die Belastung immer ein wenig mehr und die Ärztin in der Diagnostk meinte, dass sich der Blutdruck peu à peu ein wenig steigerte. Das Treten fiel mir immer schwerer und es waren doch erst ein paar ...
    ... Minuten, seit ich angefangen hatte.
    
    "Stopp! Nicht mehr treten!", rief die Ärztin aufgeregt und befreite meine Füße aus den Pedalen. Dann griff sie zum Telefon und rief jemanden an.
    
    "Was ist denn los?", wollte ich wissen, denn ich verstand nicht, worum es ging.
    
    "Ihr Blutdruck ist schlagartig auf 230 - 120 gestiegen und ab da wird es gefährlich. Bleiben sie ruhig liegen, ihre Ärztin ist gleich da."
    
    Kaum hatte sie das gesagt, flog die Tür auf und Julia stürmte in das Zimmer. Sie ließ sich das Messblatt zeigen und ihr Gesicht zeigte einen besorgten Ausdruck.
    
    "Wir müssen Sie von dem Gerät kriegen, können Sie sich aufrichten?"
    
    Mit vereinter Hilfe der beiden Damen schaffte ich es in den aufrechten Stand, beide legten sich je einen Arm von mir über die Schulter und dann wankte ich mehr als ich ging mit ihnen in das Nebenzimmer, wo sie mich auf einer Liege betteten.
    
    "Liegenbleiben und den Mund auf", befahl Julia mit strenger Stimme sprühte mir ein übel schmeckendes Spray (Nitro) in den Mund. "Los, im Rachen verteilen und dann schlucken, das senkt den Blutdruck schnell."
    
    Die EKG-Ärztin hatte den Raum inzwischen verlassen und versorgte andere Diagnostikpatienten. Julia schloss die Zimmertüre und ich sah die Tränen in ihren schönen Augen.
    
    "Was machst du mir für Sorgen, Arne? Ich möchte keinen Patienten verlieren und dich schon gar nicht. Mach mir nicht solchen Kummer, ich bitte dich."
    
    Sie beugte sich zu mir herunter und gab mir einen zärtlichen Kuss auf die ...
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