1. Rehabilitationsmaßnahmen 02


    Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... Lippen.
    
    "Bitte, Julia, bitte nicht. Wir sind beide nicht frei, hast du das vergessen?"
    
    "Das ist meine Medizin und gehört zu deiner Behandlung. Also sei still und nimm dein Medikament."
    
    Wieder gab sie mir einen Kuss und diesmal blieb ich ihr gegen meine Überzeugung nichts schuldig.
    
    Mein Herz ging trotz des immer noch hohen Blutdruckes auf und nicht nur mein Herz.
    
    Nein, auch die Zimmertür und mit einem Mal stand Devi im Raum, die etwas für ihre Chefin aus einem der Aktenschränke holen wollte.
    
    Als sie sah, wie Julia mich medizinisch versorgte, wurde sie bleich und erstarrte regelrecht. Nachdem sie mir einen bösen Blick zugeworfen hatte, wirbelte sie herum und verließ das Zimmer, aber nicht ohne die Zimmertür hinter sich fest zuzuwerfen. Der Knall schreckte uns beide aus unserer Zweisamkeit.
    
    Julia schaute mich mit großen Augen an.
    
    "Scheiße!", war ihr Kommentar und ich konnte ihr nur zustimmen.
    
    "Die Cheftippse und sie scheint richtig sauer zu sein." Julia blickte mich misstrauisch an: "Sag mal, hast du was mit der?"
    
    "Bei meiner Ehre, das hab ich nicht. Ich habe mich mit ihr im Café getroffen und unterhalten und dabei haben wir Händchen gehalten. Mehr nicht, darauf gebe ich dir mein Wort. Ich bin nicht mehr zu haben, für niemanden, Julia und wegen dir sage ich das mit Bedauern."
    
    "Ach, das sagst du sicher zu jeder hübschen Frau, die dir über den Weg läuft, du Schuft."
    
    "Nein, das tue ich nicht."
    
    Ich zog meinen Geldbeutel hervor, klappte ihn auf ...
    ... und zeigte ihr das Bild von Melanie und den Kindern.
    
    "Für nichts auf der Welt würde ich meine Familie aufs Spiel setzen und für niemanden."
    
    Julia nickte verstehend: "Da gebe ich dir Recht, das würde ich an deiner Stelle auch nicht tun. Was ich aus meiner Warte ein wenig bedauere. Ich bin seit knapp einem Jahr verheiratet und habe wegen meines Berufes und dem meines Mannes noch keine Kinder."
    
    Ich nahm sie sanft an ihren Schultern.
    
    "Kinder bereichern dein Leben ungemein, Julia. Warte nicht zu lange damit, denn Kinder brauchen junge Eltern mit denen sie wachsen und reifen können. Ich bin schon alt und habe manchmal so meine Probleme, mit meinen Rangen mithalten zu können und meine beiden anderen Töchter sind schon älter als du und haben selbst schon Familie und Kinder. Also, wenn es geht macht es möglichst schnell, dann habt ihr es einfach leichter."
    
    Julia lehnte sich an mich und seufzte. Ich küsste sie leicht auf die Stirn.
    
    "Ich glaube, ich bin soweit, dass ich in mein Zimmer gehen und mich hinlegen kann."
    
    "Bist du dir sicher? Wenn ja, dann lege dich hin und geh heute zu keiner Therapie mehr. Ich werde dich entschuldigen und später noch einmal bei dir vorbeikommen. Mal schauen, ob Devi zu einen Gespräch bereit ist. Ich möchte nicht, dass das die Runde durch die Klinik macht. Das würde dir und auch mir nicht gut tun. Hier, nimm diese Tablette, bevor du dich hinlegst. Und jetzt ab ins Bett."
    
    Ich umarmte Julia zärtlich und verzog mich in den 1.Stock, wo ich ...
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