1. Rehabilitationsmaßnahmen 02


    Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... ich wohl gleich zu Cornelia rein könnte. Ich mag wirklich nicht wissen, was den anderen "Visiteuren", die auf ihre Arztvisite bei der Chefin warteten, im Kopf herum gegangen ist. Neugierige Fragen würden auf mich nachher beim Mittagessen hereinprasseln und ich würde keine davon beantworten, das war klar. Vor allem Elena und Susanne, die mir auf den Stühlen gegenüber saßen, war die Neugier förmlich ins Gesicht geschrieben und ihnen brannten die Fragen sicher schon auf der Zunge. Und die beiden waren auch auf Station 1 und gar nicht weit von mir einquartiert.
    
    Devi stand auf, nahm meine Akte, die ich vorher im Stationszimmer geholt hatte und ging in ihr Vorzimmer. Mir gegenüber lähmende Stille, keine Unterhaltung, nur neugierige und verwirrte Blicke.
    
    Die Tür zum Vorzimmer öffnete sich erneut und Devi schaute mich an. Sie trug ein hellgrünes, leicht durchscheinendes, langes Sommerkleid, das ihre kräftigen, aber langen und wohlgeformten Beine und den runden, prallen Popo erahnen ließ. Sie war fast eine doppelte Julia, aber durch und durch weiblich und verführerisch.
    
    "Du kannst reinkommen, Arne", säuselte sie mir zu, "die Chefin hat schon deine Akte und erwartet dich."
    
    Jetzt gab es Schnappatmung bei einigen, die mich etwas näher kannten und mitbekommen hatten, dass ich ein Buch über die Reha und die Klinik schrieb.
    
    Ich folgte Devi und sie führte mich gleich in das Büro von Cornelia. Das Gespräch, das wir anfangs führten war sachlich und professionell. Es ging um ...
    ... meine Herzwerte, die Medikamente, die mir Julia verschrieben hatte und die Gewichtsabnahme. Die Chefin meinte, dass sich alles im rechten Rahmen bewegte und dass sie vorläufig nichts daran ändern wollte. Frau Doktor Julia L. hätte ganz in ihrem Sinne gehandelt und die positiven Werte würden ihr Recht geben. Ich würde nächsten Mittwoch beim Abschlussgespräch ja noch einmal vorbeischauen.
    
    Scheiße, was war mit Julia? War sie ernsthaft krank. Jetzt fing ich an mir Sorgen zu machen.
    
    "So, jetzt zu dem Buch. Ich habe mit dem Geschäftsführer gesprochen und ihm gesagt, was sie vorhaben. Sie dürfen fotografieren, müssen sich aber an die geltenden Regeln halten. Die sind ihnen ja sicher bekannt."
    
    Ich bestätigte nickend, denn schließlich machte ich das nicht zum ersten Mal.
    
    "Dann ist ja alles klar. Schicken Sie ein Exemplar an mich hier in die Klinik und eines an Frau Sinaratis, der sie ja auch eines versprochen haben. Und das ist der nächste Punkt. Was haben Sie denn mit der gemacht? So durcheinander wie zur Zeit habe ich sie noch nie erlebt. Sie wissen, dass wir eng befreundet sind. Sie ist nicht nur meine Sekretärin, sondern auch meine beste Freundin. Sie hat mir so einiges erzählt. Was meinen Sie dazu?"
    
    Ich erzählte Cornelia, wie ich Devi kennen gelernt hatte, von unseren Gesprächen und dem Besuch im Schwarzwaldcafé. Und dann hatte sie mich und Frau Dr. L. im Diagnostiknebenraum erwischt, wie Julia mir ihre ganz spezielle Medizin verabreicht hatte und sie dann wütend ...
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