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Rehabilitationsmaßnahmen 02
Datum: 07.09.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... letzten Tag hier hatten. Morgen früh würden sie abreisen und dann war ich der letzte Alteingesessene an Tisch 13. Nun denn, auch nur für zwei Tage. Nach einem Frühstück, das nicht gerade zur Verbesserung meiner Laune beitrug, ging ich in die Muckibude, denn es war Hydrojet-Massage angesagt. 15 Minuten totaler Entspannung und das Aufstehen danach fiel mir wirklich schwer, denn gleich anschließend kam die Medizinische Trainings Therapie, was mich immer meine ganze Überwindung kostete. Diesmal gingen mir die Übungen an den einzelnen Geräten locker von der Hand, was mich schon ein wenig verwunderte. Die Stationsschwester teilte mir mit, dass ich am Mittwoch mein Abschlussgespräch haben würde, aber sie konnte mir noch nicht sagen, wann und mit wem. Mit Julia ganz bestimmt nicht, denn die war jetzt sicher schon im Zug nach Berlin. Nach dem Mittagessen, Königberger Klopse mit Erbsen, Reis und Kapernsoße noch einmal Aquatraining, aber diesmal war im Gegensatz zum Freitag das Becken gerammelt voll. Ein Gedränge wie beim Sommerschlussverkauf. Der Tag ging zu Ende und ich hatte wenigstens ein paar angenehme Gespräche im Café, bevor es Zeit wurde, ins Bett zu gehen. * * * Dienstag, 04. Juli 2023 Nach dem üblichen Frühstück eine Planänderung im Tagesablauf. Fango war auf morgen verschoben und würde meine einzigste Anwendung an diesem Tag sein, ausgenommen dem täglichen Cappuccino-Genuss. Susanne würde heute auch abreisen, so war ich der letzte der "Alten" am ...
... Tisch. Alles andere waren Neuankömmlinge, die ich zwar begrüßte, aber für eine längere Unterhaltung zum Kennenlernen sah ich keine Notwendigkeit, da ich in zwei Tagen auch wieder auf dem Weg nach Hause sein würde. Die Planänderung bescherte mir noch einmal MTT, aber danach auch wieder Hydrojet. Da meinte es aber jemand ganz besonders gut mit mir und als mir die Cheftherapeutin Frau H. fröhlich zuwinkte, wusste ich, dass mein Trinkgeld gute Dienste leistete. Aber das hatten auch alle verdient und ich meine wirklich alle. Niemand wurde vergessen, weil auch mich keiner vergessen hatte. Nach den zwei Anwendungen war Feierabend, da der Therapieplan rigoros zusammengestrichen worden war. Dem Herrn sei´s getrommelt und gepfiffen. Stress hätte ich auch nicht mehr gebraucht, denn den hatte ich in Bezug auf Devi und Julia schon genug gehabt. Als ich in mein Zimmer hochfahren wollte, sah ich dass neben der Rezeption mehrere Tische aufgebaut und geschmückt waren. Eine Vertreterin aus der Schmuckwarenbranche hatte ihre Kollektion an Gold- und Silberschmuck sauber drapiert und bot die Gegenstände zum Verkauf an. Wie hatte Federica so treffend gemeint: "Papa, du kannst da umsonst wohnen, das Essen kostet auch nichts, also hast du ´ne Menge Geld gespart. Da könntest du uns vielleicht eine Kleinigkeit mitbringen." Ein guter Rat von meiner schlauen Tochter und wenn ich ihn nicht befolgte, dann würde ich sicher etwas zu hören bekommen. Aber ich brachte ihnen immer einige Kleinigkeiten ...