1. Schicksalsschläge


    Datum: 10.10.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... blamierte oder gar aufdringlich erschien, ließ er es lieber bleiben.
    
    * * *
    
    Inzwischen war es wieder Winter geworden.
    
    Theo kam aus Winterthur zurück, hatte ordentlich eingekauft und war auf dem Weg nach Hause. Den Nachmittag verbrachte er in Laufenburg, wo er sich sein neues Auto abholte. Sein alter Legacy war inzwischen über 11 Jahre alt und hatte fast 300.000km auf dem Buckel. Bei den bald zu erwarteten Reparaturen lohnte sich die Neuanschaffung.
    
    Natürlich war er seiner Marke treu geblieben, denn er hatte damit die besten Erfahrungen gemacht. Den Jahreswagen hatte er sehr günstig erwerben können, einzig der Rammschutz störte ihn etwas. Er wollte doch nicht auf Safari gehen und Elche und Bären gab es im Schwarzwald auch nicht. Aber da er montiert war, ließ er ihn dran. Wichtiger war ihm, gerade jetzt im Winter der Allradantrieb, ohne den es aber den Forrester auch gar nicht gab.
    
    Theo verließ Laufenburg und fuhr die Straße in den Hochschwarzwald in Richtung Todtmoos. Schon nach wenigen Kilometern wurde es angenehm warm im Auto. Die Straßen waren spiegelglatt, da es kurz vorher Eisregen gegeben hatte. Manchmal hatten sogar er Mühe sein Fahrzeug auf der Straße zu halten und fuhr deswegen trotz des Allradantriebes sehr langsam. Die Heimfahrt würde also noch einige Zeit dauern.
    
    Am Ende von Hänner stieg die Straße steil an und machte eine weite 120 Grad Kurve. Theo sah oben Scheinwerfer wild hin und her zucken. Da war jemand ordentlich ins Schleudern gekommen. ...
    ... Dann durchbrach das fremde Fahrzeug die altersschwache Leitplanke, kippte auf die Fahrerseite und kam den Hang herab auf ihn zugerutscht.
    
    Theo stieg panikartig auf die Bremse, stelle den Automatikwählhebel auf Rückwärts, aber es war zu spät. Obwohl er noch zwei Meter rückwärts fuhr, erwischte ihn der Kleinwagen leicht am vorderen rechten Kotflügel. Er hörte Glas splittern und sein rechter Scheinwerfer erlosch. Sein Auto drehte sich um 90 Grad zur Fahrtrichtung. Mehr war nicht passiert und sein Rammschutz hatte scheinbar Schlimmeres verhindert. Jetzt war er dankbar für dieses Sonderzubehör.
    
    "Du gottverdammtes Arschloch, kannst du nicht aufpassen? Das Auto ist brandneu!", brüllte Theo wutentbrannt, was natürlich Unsinn war, denn der fremde Fahrzeugführer konnte ihn weder hören noch etwas an der Situation ändern. Der gegnerische C3 war über die Straße geschliddert, durch den Weidezaun auf der anderen Straßenseite gebrochen, aufs Dach gekippt, noch ein ganzes Stück den Hang hinabgerutscht und war dann von zwei Bäumen aufgehalten worden, bevor er in den Bach stürzen konnte.
    
    Theo stellte sein Auto wieder normal hin, schaltete die Warnblinkanlage ein und stieg aus. Er zückte sein Mobilphone, rief die Polizei an und erklärte, was passiert war. Einen Rettungswagen ließ er vorsichtshalber auch kommen. Dann nahm er seinen Stock, eine große Wolldecke und wollte die Straße überqueren. Trotz aller Vorsicht, lag er schon beim zweiten Schritt auf der Nase und fluchte fürchterlich. Mehr ...
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