1. Nikolaj Nikolajew


    Datum: 01.11.2021, Kategorien: Nicht festgelegt,

    HINWEIS: Im Folgenden werden sexuelle und körperliche Gewalt sowie Drogenmissbrauch beschrieben. Wenn Sie dies nicht gutheißen, lesen Sie nicht weiter.
    
    Es handelt sich um einen fiktionalen Text, der lediglich zur Unterhaltung geschrieben wurde. Weder befürworte, noch rechtfertige ich die beschriebenen Handlungsweisen in der Realität.
    
    „Nikolaj Nikolajew!"
    
    Ich erkannte die Stimme meines Freundes, die mir auf der Straße hinterherrief, sofort und drehte mich um, um ihn zu begrüßen. Ohnehin gab es hier im Exil nur wenige Menschen, die meinen Namen kannten. Zwar nannte man Baden-Baden, diese bedeutende Kurstadt im Großherzogtum Baden am Rande des Schwarzwalds, auch die einzige russische Stadt außerhalb Russlands. Aber eine Kur konnte man nur genießen, wenn man die Möglichkeit hatte, sich zu erholen und anschließend wieder in die Heimat zurückkehren zu können. Und natürlich, wenn man die nötigen Geldmittel hatte, um sich Unterkunft, Verpflegung und Zerstreuung leisten zu können. An beiden Voraussetzungen mangelte es mir gegenwärtig. Dennoch breitete sich ein ehrliches Lächeln auf meinen Zügen aus.
    
    „Dmitrij, mein Freund. Schön dich zu sehen. Gut siehst du aus."
    
    Tatsächlich schien es ihm seit unserer Ankunft deutlich besser ergangen zu sein, als mir. Seine Garderobe wirkte neu und war nach der aktuellen Mode geschnitten. Sein früher kurzgeschorenes blondes Haar war nun mittellang und an den Seiten gewellt. Und sein Teint schien rosig und gesund. Ich dagegen gab in ...
    ... allem die sprichwörtliche Erscheinung des armen Poeten wieder, der ich ja auch war. Meinem einzigen Anzug sah man deutlich an, dass ich ihn schon seit Jahren trug. Meine schwarze Mähne fiel mir bis auf die Schultern herab, da ich mir den Gang zum Barbier nicht leisten wollte. Ein günstiger Nebeneffekt davon war, dass der buschige Bart, der mir gewachsen war, meine hohlen Wangen verbarg und mir ein einigermaßen verwegenes Aussehen verlieh.
    
    Verbunden mit der Tatsache, dass ich einen Kopf größer als die meisten meiner Mitmenschen aufragte und eine breite Statur hatte, wirkte ich auf viele, die mich nicht näher kannten, bedrohlich. Dmitrij aber wusste, dass ich ein sanftes Wesen hatte. Er grinste mich breit an. Wir umarmten uns, dann schob er mich weg und hielt mich eine Armeslänge von sich, um mich zu mustern. Ihm schien nicht wirklich zu gefallen, was er sah.
    
    „Danke für das Kompliment, Nikolaj. Ich fürchte, ich kann es nicht aus ehrlichem Herzen zurückgeben. Wie geht es dir?"
    
    „Nun, ich komme über die Runden. Aber die Heimat fehlt mir."
    
    „Ja, wem sagst du das," Sympathie schwang in seiner Stimme mit, „doch wird es noch einige Jahre dauern, bis wir wieder nach Hause können."
    
    „Wenn wir überhaupt heimkehren können," gab ich zu bedenken, „Wir sind beide über dreißig und wer weiß, wie viele Jahre uns noch verbleiben. Aber lass uns das nicht auf der Straße diskutieren. Ich fürchte, dass die Spitzel der Ochrana auch hier unterwegs sind."
    
    „Du hast recht. Komm mit!"
    
    Er ...
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