1. Die Waldfrau


    Datum: 13.11.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... und als Programmiererin konnte ich daheim arbeiten."
    
    "Mir war klar, daß diese Einsamkeit nicht gut für mich ist. Deshalb bin ich vor zwei Jahren in die Stadt gezogen. Ich wollte ein normales Leben führen, unter anderen Menschen, und eine Beziehung haben. Aber ich habe es einfach nicht fertiggebracht. Ich fühle mich nur hier zu Hause, also bin ich einfach Hals über Kopf aufgebrochen. Es tut mir leid." - "Schon gut." - "Außerdem..." Sie zögerte.
    
    "Außerdem muß ich mich unbedingt an das erinnern, was damals passiert ist. Und das kann ich nur hier." - "Kannst du dich denn schon an mehr erinnern?" - "Vielleicht. Ich muß darüber nachdenken." Damit drehte sie sich von mir weg, und nach kurzer Zeit hörte ich sie leise schnarchen.
    
    Als ich ein oder zwei Stunden später aufwachte, lag ich allein im Bett. Ich sah durch das Fenster, daß sie vor der Hütte stand, nur mit einem Bademantel bekleidet, und eine Zigarette rauchte. Rasch schlüpfte ich in Jeans und T-Shirt und ging zu ihr. "Du wirst dich erkälten", sagte ich.
    
    "Ich glaube, meine Erinnerungen kommen zurück." - "Wirklich?" - "Ja. Als wir es vorhin draußen getan haben...da habe ich Bilder vor meinen Augen gesehen." - "Welche Bilder?"- "Von mir, wie ich nackt und blutverschmiert durch den Wald laufe. Von einer Höhle. Und einem Mann, der sich über mich beugt. Einem verwahrlost aussehenden Mann mit einem zotteligen Bart."
    
    "Hat er dich gefangengehalten?" - "Nein, er war freundlich zu mir. Er hat mir zu essen gegeben und ...
    ... mich in seiner Höhle schlafen lassen." - "Also war es nicht der Mörder?" Sie schüttelte den Kopf. "Ich glaube, es war eine Art Einsiedler, der damals hier im Wald gelebt hat. Er war ein bißchen merkwürdig, aber harmlos. Ich muß vor dem Mörder zu ihm geflüchtet sein."
    
    "Und hast du den Mörder auch gesehen?" - "Nein", antwortete sie frustriert. "Das ist ein Anfang. Vielleicht wird der Rest deiner Erinnerungen jetzt auch zurückkommen." - "Ich hoffe es. Aber ich fürchte mich auch davor", sagte sie mit einem Schauder und dämpfte ihre Zigarette aus.
    
    *
    
    Während sie an ihrem Laptop arbeitete, unternahm ich einen Spaziergang. War mir der Wald in der vergangenen Nacht noch gespenstisch erschienen, so wirkte er nun bei Tageslicht viel freundlicher, fast idyllisch mit dem Zwitschern der Vögel und den Sonnenstrahlen in den Baumkronen.
    
    Ich hatte ihr angeboten, mir einige Tage freizunehmen und bei ihr zu bleiben, und sie hatte akzeptiert. Ich wollte sie jetzt nicht alleinlassen. Vielleicht konnte ich ihr ja helfen, das Geheimnis ihrer Vergangenheit zu lüften, so daß sie Frieden finden konnte.
    
    Nachdem es dunkel geworden war, gingen wir wieder in den Wald. Neben einer mächtigen Eiche streifte sie ihre Kleider ab und sah mich mit einem lüsternen Blitzen in ihren Augen an. "Ja, das ist ein guter Platz. Mach es mir hier."
    
    An den Stamm gelehnt ließ sie sich von mir im Stehen von hinten nehmen. Wir vögelten wie in Trance. Selbst nachdem wir gemeinsam gekommen waren, konnten wir nicht ...
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