1. Kometenhaft 19


    Datum: 19.11.2021, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... sollte, kochte sofort wieder Wut in mir hoch.
    
    Mareike hatte sich noch immer von hinten an sie gekuschelt und hielt sie im Arm. Die Beiden waren so schön! In jeglicher Hinsicht. Meine Blicke klebten noch die ganze Zeit über an ihnen.
    
    Schließlich war Mareike die erste, die wieder die Augen öffnete. Sie stand aber nicht auf. Nach einem lächelnden "Guten Morgen.", schmiegte sie sich nur noch enger an Vanessa und streichelte wieder über ihr Haar.
    
    "Wie stehst du zu Vanessa?", wollte ich jetzt unbedingt von ihr wissen. "Ich mag sie, sie ist ein guter Mensch. Und sie liebt dich.", lächelte sie wieder zurück. Ich bohrte nach: "Obwohl sie dir gegenüber so ablehnend ist?", und dann verschwand das Lächeln aus ihrem Gesicht und machte Traurigkeit Platz. "Ich war ein schlechter Mensch. Ich war ungerecht zu euch und egoistisch. Ich habe es verdient!", ihre Augen wurden sichtbar feucht.
    
    Ich kniete mich vor das Kopfende des Bettes und beruhigte sie: "Schhhhhh, ist alles Gut. Ich denke, das ist nicht mehr so. Die alte Mareike ist weg. Die neue Mareike ist ein liebenswerter und fürsorglicher Mensch.". "Liebenswert?", hakte sie ein "Liebst du mich denn?". "Ja", musste ich zugeben "Nicht wie ich Vanessa liebe, das musst du verstehen, aber ja, ich liebe dich.". Ihr Herz machte deutlich einen Sprung. Die Trauertränen wichen Freudentränen und sie konnte nur noch flüstern: "Ich liebe euch auch." Dann widmete sie sich wieder Vanessas Haaren und legte sachte Strähne neben Strähne.
    
    Es ...
    ... dauerte noch über eine halbe Stunde, die wir schweigend verbrachten, ehe auch Vanessa die Augen zaghaft öffnete. Die Beruhigungsmittel mussten echt heftig gewesen sein. Scheinbar wusste sie noch nicht einmal richtig, wo sie war. Es dauerte Minuten, bis sie begriff, dass der Arm, der auf ihr lag, nicht zu mir gehörte. Vor Schreck sprang sie aus dem Bett und riss dabei die Bettdecke mit sich. Mareike blieb einfach lächelnd und nackt liegen.
    
    "Die schon wieder? Hat sie ... haben wir ... was ... gemacht?", stammelte sie. "Hier, nimm erst mal einen Kaffee und beruhige dich. Es ist nichts passiert, alles ist gut.", sagte ich sanft zu ihr. Sie setzte sich in die Bettdecke gewickelt auf die Bettkante und ich konnte ihr erzählen, wie sich Mareike um sie gekümmert hatte, und welche Sorgen sie sich gemacht hatte. Schließlich konnte sie sich vorsichtig bei Mareike bedanken und ich klärte sie noch darüber auf, dass wir zur Polizei mussten. Aber erst nach dem Frühstück. Ich bat Mareike, etwas vorzubereiten und sie hüpfte wie ein junges Reh davon. Ich half Vanessa beim Anziehen und führte sie zu einem gemütlichen Frühstück.
    
    Vanessa beäugte Mareike noch immer, aber nicht mehr kritisch, sondern eher verwundert, oder neugierig. Wurden die beiden sich langsam warm?
    
    Nach dem Frühstück checkte ich noch kurz die Mails. Bis auf eine war nichts Wichtiges dabei: die Hochschulleitung gab bekannt, dass die restlichen Vorlesungen nun doch noch bis zur vorlesungsfreien Zeit stattfinden, wenn der ...