1. Kometenhaft 19


    Datum: 19.11.2021, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... jeweilige Professor verfügbar ist. Welche Vorlesungen das sind, steht in den Aushängen der Fakultäten und der Homepage. Nachdem bekannt wurde, dass sich eh keiner mehr (zusätzlich) anstecken kann, mache es keinen Sinn, sie ausfallen zu lassen. OK, ich habe zwar keine Vorlesungen mehr, aber ich weiß, wie wichtig gerade die letzten paar Vorlesungen sind, da die Professoren hier meist mit dem Prüfungsinhalt rausrücken.
    
    Interessant waren die ganzen restlichen Müll-Mails irgendwie trotzdem. Es waren viele dabei, die auf ihre Art die Situation ausnutzen: Medikamente gegen außerirdische Mikroben (KLAR!); freizügige Damen (und ein Herr), die sich auf Geistliche spezialisiert haben; Sekten, die neben dem Himmelreich auch Sex zur Heilung versprechen; Zombieabwehrsprays und so weiter und so fort ...
    
    Unglaublich, wie schnell sich Betrüger auf neue Situationen einstellen können. Gut, die Damen und Herren vom horizontalen Gewerbe möchten sich ja nur neue Märkte erschließen. Das kann ich noch verstehen. Leider ist mir gleichzeitig bewusst, dass es viele geben wird, die auf die Betrüger reinfallen werden.
    
    Zurück zum realen Leben: Auch wenn Vanessa eigentlich bis aufs Weitere nicht das Haus verlassen wollte, konnte ich sie doch zur Polizei mitnehmen. Ich dachte schon, dass das was Größeres wird, doch der Sachbearbeiter dort fragte uns nur ein paar kleinere Fragen und wünschte uns dann einen schönen Tag. "Das wars? Keine Anzeige? Keine Formulare? Nichts? Ich will, dass der Typ ins ...
    ... Gefängnis kommt, und am besten bis zu seinem Tod dort bleibt!", schimpfte ich. Doch der Polizist antwortete ruhig: "Im Grunde ist das schon passiert. Der Mann ist heute Nacht im Krankenhaus verstorben. Die Aliens haben ihn ausgeschaltet. Sie sehen, es gibt keinen mehr, den man anklagen, oder einsperren könnte.".
    
    Nachdenklich verließen wir das Revier.
    
    "Ich möchte irgendwo hin, wo es Menschen gibt. Lass uns in die Fußgängerzone gehen. Ich gebe ein Eis aus.", platzte Vanessa heraus. "Und Mareike?", fragte ich. "Die kommt natürlich mit! Ich schulde ihr noch was.", grinste sie mich an und Mareike hüpfte ihr freudig zur Seite.
    
    Vanessa bestand darauf, uns einen richtigen Eisbecher zu spendieren, nicht nur 'ne Waffel. Allerdings wollte sie auf eine Eckbank sitzen, eingerahmt (oder beschützt) von Mareike und mir. Es war herrlich, die Beiden schienen sich endlich näher zu kommen und Freundinnen zu werden. Sie schäkerten und lachten und einmal tuschelten sie sogar miteinander. Da ging ich dann auch gerne hinterher mit ihnen von Schaufenster zu Schaufenster.
    
    Ein Schaufenster zog aber auch meine Aufmerksamkeit auf sich: ein neuer Laden war in einem alten, meist leerstehenden Haus eröffnet worden. Ich dachte zunächst, das sei so eine Art Zoohandlung, wegen der Halsbänder, die dort ausgestellt waren, aber zentral im Fenster war ein Lederharnisch auf eine weibliche Schaufensterpuppe aufgezogen, der die wichtigsten Teile frei ließ. "Ein neuer Sexshop?", dachte ich. Aber nein, es ...