1. Die letzte Jungfrau


    Datum: 28.11.2021, Kategorien: Erstes Mal

    ... schienen. „Du hattest doch mal Ballett, sagte dein Vater."
    
    Leonie starrte die Schuhe an. Ja, als Ballerina konnte man auf sowas laufen. Aber bei ihr war das jetzt vier Jahre her. Mit zwölf oder dreizehn hatte sie das letzte Mal so gestanden. Entsprechend unsicher stand sie nun auch im Laden auf den Dingern. Als sie damit durchs Geschäft ging, war sie aber direkt zwölf Zentimeter größer und fast auf Augenhöhe mit ihrem Lehrer. Das gefiel ihr gerade am meisten.
    
    Ihr Lehrer übergab sie dann an den Pfarrer. Der führte sie in den teuersten Laden der Stadt: ein Modeladen für Abendgarderobe.
    
    „Wir möchten ein rotes Kleid", sagte er zu der Bedienung, die süffisant lächelte.
    
    „Kleines, ein Pfarrer?", fragte sie hinten Leonie.
    
    „Er ist ein Freund meines Vaters, die haben irgendetwas ausgeheckt."
    
    „Ein Sugardaddy?", fragte die Bedienung, aber Leonie wusste nicht so recht, was das sein sollte und nickte deshalb. Die Frau lächelte.
    
    „Willst du ihn so richtig anmachen?"
    
    Leonie dachte an das Outfit vom Montag und schüttelte den Kopf.
    
    „Also nichts so wie dieses?"
    
    Die Frau zeigte auf ein Kleid, das bis zum Boden ging, aber hinten war es fast ebenso weit offen.
    
    „Wird das angeklebt?", fragte Leonie und erntete anerkennende Blicke. „Etwas mehr geschlossen", bestimmte sie nun.
    
    Die Frau führte sie weiter. Erst war es zu bauschig, dann zu kurz oder man brauchte eine Oberweite, die Leonie fehlte. Aber als sie schon an Jeans mit Bluse dachte, kam doch noch ein ...
    ... Wahnsinnskleid. Es ähnelte dem ersten, war vollkommen glatt, hatte an den Seiten Schlitze, am Bauch war es offen und der Rücken frei.
    
    „Darf ich das anprobieren?"
    
    „Das ist aber noch geiler als das erste."
    
    „Ja, aber anders."
    
    „Da brauchst du aber noch Schuhe."
    
    „Die habe ich schon, die hat mir mein Lehrer gekauft."
    
    „Sexualkunde?", versuchte es die Bedienung mit einem Scherz.
    
    „Mathe und Physik", sagte Leonie mit dem Kopf in der Tüte.
    
    „Also dein Vater, dein Pfarrer und dein Lehrer haben was mit dir? Respekt."
    
    Leonie stutzte.
    
    „So ist das aber nicht", versuchte sie zu erklären, aber die Heels in ihrer Hand bestätigten die Meinung der Verkäuferin. Leonie zog sich aus und die Heels an.
    
    „Also, das Höschen muss auch weg", sagte die Frau und sorgte für ein kurzes Erbeben von Leonies Fantasie. Dann stand sie auch schon ohne da.
    
    „Du solltest dich rasieren", sagte sie. „Alte Männer stehen auf sauberes, nacktes Fleisch."
    
    Leonie mochte die Frau immer weniger und als sie sah, dass ihr das Kleid passte, bestimmte sie, dass sie es haben wollte und zog sich schnell wieder um. Draußen saßen Herbert und der Pfarrer.
    
    „Die gehören beide zu mir", würgte Leonie eine mögliche Bemerkung der Frau ab. Nach dem Bezahlen hakte sie sich bei Herbert unter und gab dem Pfarrer einen Kuss. „Bis später", flötete sie und zerrte Herbert aus dem Geschäft.
    
    „Ich wünsche dir einen schönen Abend", sagte der Priester und zog von dannen.
    
    „Er ist heute Abend nicht dabei?"
    
    „Das bin ich ...
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