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Kometenhaft 32
Datum: 12.12.2021, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... Morgen. Wollt ihr frühstücken?". Manuelas Stimme war noch immer im Halbschlaf-Modus und ihre Augen fielen gleich wieder zu. Manuela schlief im Stehen, gehalten von Richards Armen, weiter. Vanessa, Mareike und ich bereiteten das Frühstück vor, während Richard weiterhin zärtlich das Kopfkissen für seine Frau spielte. Selbst als wir fertig waren, lehnte sie noch ruhig atmend an ihm. Still standen wir in der Küche, schlürften unsere Kaffees und warteten darauf, dass Manuela wieder wach wurde. "Sagt mal, heute Nacht hörte ich zwei nicht jugendfreie Sätze, in denen eine von euch ihren Papa ansprach.", platzte Richard in die Stille. Mareike zuckte zusammen und schlüpfte noch enger an mich heran. Ihre Wangen wurden knallrot und offensichtlich suchte sie in der Küchenzeile ein Mäuseloch, in das sie sich verkriechen wollte. "Papa!", protestierte Vanessa, wusste aber offenbar auch nicht, wie sie weitermachen sollte. "Der Reaktion nach zu urteilen, war es wohl Mareike. Also war ich nicht gemeint, oder?", lächelte er nun Mareike an. "PAPA!!", Vanessa wurde eindringlicher, aber bei Richard hat sie da keine Chance. Also versuchte ich, Mareike zu verteidigen: "Das ist ... kompliziert. Es war etwas, das endlich ausgesprochen werden musste und richtete sich an ihren Vater.". Richard dachte kurz nach: "Schätzchen, sieh mich an.", Mareike hob sachte den Kopf, "Geht es dir jetzt besser?", Mareike nickte, "Ist gut Mädchen, ich wäre dir auch nicht böse, wenn du mich gemeint hättest. ...
... Wenn es dir geholfen hat, dann sei es so. Aber versuch das nächste Mal etwas leiser zu sein.", beendete er mit einem Zwinkern und die Stille kehrte wieder zurück. Eine viertel Stunde später löste sich Manuela von Richards Brust und er konnte sie endlich zum gedeckten Frühstückstisch führen. Und nach dem ersten Kaffee und einem Brötchen, war sie dann auch wieder ansprechbar. "Alles in Ordnung bei dir, Mama?", versicherte sich nochmals Vanessa. Manuela wurde verträumt, sah Richard schmachtend an und griff nach seiner Hand: "Alles wunderbar Vanni. Ich fühle mich großartig.". Manuela und Richard waren wie verliebte Teenager. Und wie schon am Freitag, dehnten wir auch dieses Essen über Stunden aus. Wir redeten, wir aßen, wir lachten. Kompliziert wurde nur eine Frage von Richard: "In ein paar Jahren, nach dem Studium, wenn ihr fest im Berufsleben seid, wollt ihr dann heiraten? Und wenn ja, wer wen?". Stille machte sich am Tisch breit, und ehrlich gesagt, hatte zumindest ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht. Die Gesichter von Vanessa und Mareike waren auch nicht gerade hilfreich. Verunsicherung? Erwartung? Hilflosigkeit? Was war darin zu lesen? Ich versuchte gerade etwas anzusetzen, als Mareike herausplatzte: "Vanessa heiratet ihn! Aber im Grunde ist es egal, solange ich bei ihnen bleiben darf.". Jetzt ruhten alle Blicke auf Mareike. "Bist du dir sicher, Schätzchen?", Manuela hatte Mareikes Hand ergriffen und sah ihr tief in die Augen. Mareike lächelte durch ihre ...