1. Schlampe Yvonne 06


    Datum: 16.03.2022, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... versteinert, ernst, so, als ob ich Nadine bekräftigen wollte. Als ob die Antwort der Frage spannend wäre, zwischen „Ja" und „Nein" nur Nuancen der Entscheidung liegen würden.
    
    „Also.. SOWAS..." Die Gesichtsfarbe der Rothaarigen passte sich ihrer Haarpracht an. „Werner, ruf... WERNER! Du rufst jetzt sofort das Ordnungsamt! Oder die Polizei! WEEERNER!!! Hast du das gehört, Werner???"
    
    „Werner... du willst das doch auch..." Nadine gab nicht nach und streichelte langsam über ihre mit ihrem engen Top bedeckten Brüste. Kein Kerl der Welt, und schon gar nicht dieser Werner, hätte einem Lügendetektor standhalten können wenn er sagte, er würde sich der Versuchung nicht hingeben wollen. Da jedoch kein Lügendetektor zur Hand war und Werners Kopf vielleicht vor Scham, vielleicht vor Lust, ebenfalls rot anlief, drehte sich dieser mit seiner Frau bloß um. „Komm, Schatz! Die Beiden ticken nicht sauber!"
    
    Kaum hatten Werner und Frau Pumuckl ihren Weg fort gesetzt, bölkten Nadine und ich lachend drauf los. Wir konnten uns kaum mehr halten, nahmen beim Lachen einen großen Schluck aus der Sektflasche und schauten dem Ehepaar nach. „Weeeeeeerner", grölte ich lauthals und verschluckte mich fast vor Lachen, „Weeeeeeerner, wir warten, wir haben Lust auf diiiiiccchhh!!"
    
    Als Werner sein Handy zückte und vermeintlich die Nummer von „Polizei oder Ordnungsamt", wie seine Frau es ihm aufgetragen hatte, zu wählen schien, wurde uns klar, dass es an der Zeit war schleunigst zu verduften. Wie ...
    ... zwei wild gewordene Hühner spurteten wir Hand in Hand gackernd drauf los in Richtung Kurfürstendamm und ließen das von Nadines lustiger Aktion immernoch sichtlich verdutzte Pärchen links liegen.
    
    „Was war das denn", kicherte ich leicht außer Atem hechelnd, als wir den trotz der frühen Uhrzeit recht belebten Kurfürstendamm erreicht hatten und uns unter die shoppingwütige Menge mischten. „Was denn?", spielte Nadine unschuldig, nur um hinzu zu fügen „Du hast doch auch gesagt, dass du Lust hast. Fragen kostet doch nichts, die Tussi hätte doch auch ja sagen können!?" Verschmitzt grinsend hakte meine Freundin sich bei mir ein.
    
    Der restliche Morgen verging wie im Flug. Wir genossen unseren kurzzeitigen Reichtum -- jedenfalls fühlten wir uns durch die ungefähr 500 Euro, die Christian uns zugeschoben hatte, wie die reichsten Frauen der Welt -- und brachten das leicht erarbeitete Geld unter die Leute.
    
    Meinen Freund, Matze, hatte ich völlig verdrängt. Ehrlich gesagt hatte ich nicht einmal auf mein Handy geschaut, das weiterhin lautlos gestellt in meiner Handtasche schlummerte. Dabei wollte ich es auch bleiben lassen. Sicherlich war Matthias nicht so begeistert davon, dass ich nun schon seit dem gestrigen Abend unterwegs war und würde mir eine Szene machen wollen. Die gute Laune, die aufgeputschte Stimmung, wollte ich mir durch sein sehr wahrscheinliches Gequengel nicht entgehen lassen. Je mehr ich mit Nadine zusammen war, je näher wir uns kamen, desto unwichtiger wurde mir meine ...
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