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Römische Fesseln 01
Datum: 13.04.2022, Kategorien: Nicht festgelegt,
... wisst, dass sowas nicht mehr mein Ding ist. Macht es bitte wieder los. Während ihr eure Tour macht, warte ich in einem Café und komme wieder, wenn ihr fertig seid. Was sagt ihr?" Ich versuchte an dem Halsreif zu rütteln, doch da war nichts zu machen. Der saß fest. - Klick! Klick! - Fassungslos starrte ich in Leni's Gesicht, als diese meine Handtasche aus den nun angeketteten Händen nahm und ebenfalls in ihrem Rucksack verstaute. Hilfesuchend sah ich mich zu Nette um, doch da kam ich nicht weiter. Ihr half gerade der Fettsack beim Verschließen der Handschellen, was diese mit einem strahlenden Lächeln quittierte. „Ach komm schon, Susi. Du bist schon den ganzen Urlaub so unentspannt. Bleib einfach mal locker und genieße die Tour." Nun fiel bei mir der Groschen! „Das habt ihr gemeinsam ausgeheckt, oder? Deshalb sollte ich so früh aufstehen. Wenn ihr das unbedingt machen wollt, lasst mich gefälligst da raus! Eure Tour könnt ihr auch ohne mich machen." „Jetzt stell dich nicht so an! Es ist ja nicht so, als würde dir etwas passieren. Du hast uns gestern den GANZEN Abend in den Ohren gelegen, dass der Urlaub 'lahmarschig' ist. JETZT kannst du das auf jeden Fall nicht mehr sagen." Leni drückte gerade ihre Kreditkarte an ein Lesegerät. „GESTERN? Da war ich doch STURZBETRUNKEN!" Ich atmete einmal tief durch und brachte meine Stimme wieder unter Kontrolle. „Ich verstehe, dass ihr es gut meint, aber ich will das wirklich nicht. Leni, lass uns einfach ...
... tauschen und ich begleite euch. Wir vergessen es einfach und gehen danach lecker essen. Das hatten wir doch eh geplant." Klang meine Stimme weinerlich? Hoffentlich nicht! Ich wollte ihnen nicht auch noch zeigen, wie hilflos ich mich fühlte. „Die Kleine ist ja ganz schön gesprächig. Dagegen kann ich etwas anbieten." Der Fettsack kramte so eifrig in seinem Beutel herum, dass der Körper nur so wabbelte. Hervor kam einen kleines Stück Holz mit einem Band, dass er Leni in die Hand drückte. Dummerweise wusste diese genau, worum es sich dabei handelte und erstickte jeden weiteren Protest, indem sie mir den Knebel in den Mund schob. Augenblicklich machte sich ein unangenehmer Geschmack auf meiner Zunge breit. Ich hatte bereits Knebel im Mund, eine Folge meiner Jugendsünden, doch waren diese immer aus Gummi gewesen. Gummi schmeckte anders. Nicht so alt und... benutzt. Zwischen wie vielen Zähnen hatte dieses Holz wohl schon gesteckt? Oh Gott, ich hoffe es war wenigstens mal gereinigt worden. Ein Ruck hinter meinem Kopf straffte das Band und hielt alles an seinem Platz. Wütend starrte ich auf meine Hände und überlegte, wie ich Leni einen Tritt in den Arsch verpassen könnte. Auch Nette bekam einen Knebel ab. Wahrscheinlich hatten sie sich dazu auch abgesprochen. Oder Leni wollte ihr gleich von Anfang an den Mund stopfen. Allerdings machte sie im Vergleich zu mir einen geradezu begeisternden Eindruck. Nicht zum ersten Mal fragte ich mich, was nur in ihren Kopf vorgeht. Als angehende ...