1. Eine Woche Urlaub mit Sarah 02


    Datum: 23.04.2022, Kategorien: Erstes Mal

    ... ist hier klar Schiff und ich will dich tippen sehen. Sonst...«
    
    Weg ist sie. ›Sonst...‹? Ich erwische mich bei dem Wunsch, ihr ›sonst‹ zu probieren. Hinfort, anzügliche Gedanken. Der Kaffee ist lecker, wie die Brötchen und der Tisch schnell abgeräumt, die Eier liegen geschält neben dem Laptop, die nasche ich beim Schreiben. Der Einstieg in den Text ist hakelig, Sarah liegt in der Luft und schlimmer, in meinen Sehnsüchten beugt sie sich über die Tischplatte. Das nächste Taschentuch wird dran glauben, nur so überstehe ich den Tag. Meine anliegende innere Spannung verringert sich genau um die Menge, die es braucht, um die Inspiration zu finden, ein paar Zeilen aus mir zu quetschen.
    
    »Wie läuft es?«
    
    »Was schon zurück? Ging ja schnell.«
    
    »Von wegen. Ich habe extra vor dem Einkauf getrödelt, mir ein Softeis gegönnt und am Strand vernascht. Läufts bei dir, so vertieft ins Schreiben?«
    
    »Ein paar Ideen sind mir gekommen, damit meine beiden Protagonisten nicht nur stumm rumsitzen.«
    
    »Nicht nur Ideen, wie ich sehe.«
    
    Sie hält mir mit spitzen Fingern das Tuch vor die Nase. Notiz an mich: Räume in Zukunft deine Hinterlassenschaften gleich weg.
    
    »So geht das mit dir nicht weiter, mein alter Wichser.«
    
    »Na hör mal, so eine Wortwahl von dir? Ist das die versprochene Artigkeit?«
    
    »Ist das deine versprochene Zurückhaltung?« Sie wedelt weiter.
    
    »Unentschieden. Was soll ich denn machen? Du bist so weich, scharf, jung...«
    
    »Nicht überrascht sein, ich bin nicht harmloser. ...
    ... Frauen haben es leichter bei der Selbstbefriedigung, wir sauen nicht rum«, antwortet sie mit erneutem wedeln.
    
    »Kannst du das mal weglegen?«
    
    »OK, frisch gefällt mir der Inhalt eh besser. Upsi, habe ich das wirklich gesagt?«
    
    »Hast du, genau, das ist es. Du gehst mit der Situation so locker um, im Gegensatz zu mir. Weißt du, welche Überwindung es mich gekostet hat, erregt zu dir in den Pool zu steigen oder was ich am liebsten mit die auf diesem Tisch machen würde und mich dafür schäme es dir so direkt zu sagen?«
    
    Jetzt ist es amtlich, ihr alter Mann ist ein Lustmolch. Sie knallt mir eine, wir reisen ab, ohne ein Wort zu mehr zu wechseln, dabei ist nicht mal Mittag.
    
    »OK, setzt dich auf die Couch, wir müssen reden, schon wieder.«
    
    »Darf ich jetzt anfangen zu heulen?«
    
    »Unterstehe dich, das ist meine Zauberkraft, wenn ich meinen Kopf durchsetzen will.«
    
    Sie setzt sich, wie gestern, an den Couchrand und klopft auf die Couch. »Mein linker, linker Platz ist leer, ich wünsche mir den Patrick her. Setze dich.«
    
    Ich schaue ungläubig und folge skeptisch der Aufforderung.
    
    »Etwas weiter weg, bitte.«
    
    »Oha, so ein Gespräch. Bekomme ich eine weitere Predigt von dir?«
    
    »Quatsch, alter Mann.«
    
    Sie dreht sich und legt mir ihre Füße auf die Schenkel.
    
    »Ausziehen und massieren. Wir reden offener, wenn ich genieße und du mich ohne schlechtes Gewissen begrapscht, hoffe ich.«
    
    »Earth is probably paradise lost. Woher weißt du? Stimmt ja, du hast mich gelesen.«
    
    Ich ...
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