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Die Geburt der Odaliske
Datum: 27.07.2022, Kategorien: Nicht festgelegt,
... das Nachbarzelt gezerrt, wo ein großer Holzkäfig auf einem Schlitten stand. Im Käfig lagen und hockten Mädchen, junge Mädchen wie wir. Die Alte machte sich an der Tür zu schaffen. Eine der Mädchen wollte die Gelegenheit nutzen und entfliehen. Die Alte zückte einen Dolch und vereitelte das Vorhaben rasch. Zuerst wurde Katja, dann ich in den Käfig gestoßen. Was ich befürchtet hatte war eingetroffen, ich, wir waren zur Handelsware von Mädchenhändlern geworden. Geist der Taiga, der uns doch erschienen war, wie hast du uns so verlassen! Nein, das war nichts weiter gewesen als ein zotteliger alter Bär. Die sieben Mädchen im Käfig waren aus demselben Dorf und im Herbst gefangen worden. Sie wollten dort Wäsche waschen als sie überfallen und verschleppt wurden. Sie kamen weiter aus dem Osten. Die Reise ging nach Westen sagten sie. Das Ziel sei ihnen aber unbekannt. Wir blieben die Reise über in dem Käfig, außer wenn wir uns die Beine vertreten sollten und etwas mehr Bewegung haben. Dabei wurden wir aber aneinandergebunden und streng bewacht. Wenige Wochen später wurde nochmals ein Mädchen gefangen und in unseren Käfig geworfen. Sie war eine Adlige, ihrer Kleidung nach zu urteilen. Als einzige trug sie ein Korsett und Pelzkleidung. Doch das würde ihr im Käfig nichts nützen. Wir zogen so weiter, immer nach Westen, dann etwas nach Süden, wie wir anhand der Morgensonne feststellten. Der Schlitten unter dem Käfig wich einem Wagen und die Temperaturen stiegen merklich an. Unsere ...
... Reise endete im Innenhof eines Gutshofes mit ringsum hohen Mauern. Noch bevor die Pferde abgeschirrt waren, öffneten die Tataren die Käfigtüre und ein Mann stieg zu uns in den Käfig ergriff sich das Seil der kleinsten von uns und führte sie nach draußen. Es war die kleine Anastasia, ich habe sie nie wieder gesehen. Ich habe sie immer gemocht. Eine nach der anderen wurde aus dem Käfig gezogen und weggebracht. Es waren nur noch drei Mädchen im Käfig als der Mann mein Seil ergriff und mich hinauszog. Was würde mich erwarten? Angst legte sich um meine Kehle. Ich stolperte hinter ihm her, bis wir in einem Zimmer mit Kamin Halt machten. Der Anführer der Tataren war dabei und noch andere Männer. Mein Führer wandte sich zu mir. Eine so hohe Männerstimme hatte ich bis dahin nicht gekannt. „Mädchen, wie heißt du?" sagte er in einem Russisch mit seltsamem Akzent. Ich konnte nur stammeln: „Aljana" Immer mehr spürte ich wie die Angst mir die Kehle zudrückte. Ich hörte den Mann entfernt was reden von Gehorsam sein und Peitsche und erzwungene Handlungen. Zuletzt sagte er was von Ausziehen, aber ich konnte mich nicht rühren. Wie festgewurzelt stand ich da, bewegungslos, empfindungslos. Ich stand wie neben mir und sah zu wie die Männer dieses Mädchen ergriffen und sie festhielten. Einer der Männer zückte ein Messer und schnitt ihr die Kleider vom Leibe. Warum wehrte sie sich nicht? Das konnte sie doch unmöglich zulassen! Aber sie rührte sich nicht. Nur ihre Tränen verrieten, dass ...