1. Die Geburt der Odaliske


    Datum: 27.07.2022, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... sie noch innerlich lebte. Sie wurde auf eine Bank geworfen und immer noch keine Gegenwehr. Der eine Mann, der mit der hohen Stimme, schlug mit seiner kurzen Peitsche auf sie ein. Endlich sah ich in ihr sowas wie eine Gegenwehr. Sie versuchte sich wegzudrehen. Doch die Hände hielten sie fest. Sie schüttelte ihre Beine und wollte die Männer abschütteln, doch dieser Versuch war untauglich, schon vom Ansatz an. Die Peitsche surrte und traf den Rücken des Mädchens. Sie schrie auf, kurz und schrill. Noch zweimal traf sie die Peitsche. Jedes Mal war die Reaktion schwächer. Bis dann auch ihre Tränen versiegten.
    
    Die Männer hoben ihr Becken an und der Mann, der sie geschlagen hatte, drang in ihre Scham ein. Er nickte, als er seine Hand wieder zurückzog. Das Mädchen lag da: bewegungslos, teilnahmslos, fast leblos. Dass sie Arm und Fußfesseln erhielt, ein Halsband ihr um den Hals gelegt wurde, das machte nichts mehr aus. Der eine Mann, der ihr die Kette in das Halsband einhakte, um sie hinter sich herzuziehen, der konnte sie nicht mehr zum Stehen, noch zum Gehen bringen. So wandte er sich um, ergriff sie bei den Hüften, warf sie über seine Schultern und trug sie aus dem Raum. Noch auf den Schultern liegend, merkte ich ganz schwach, das Mädchen, das regungslose Mädchen, das war ja ich!
    
    Wie lange er mich trug, kann ich nicht sagen. Wir gelangten in ein kellerartiges Gewölbe mit vielen Bretterverschläge. In einem Verschlag lud er mich ab, verschloss die Tür und verschwand. Ich sah ...
    ... mich um, die Bretter waren nicht dicht gebaut. Ich zählte 4 Mädchen, dann wurde noch Katja hereingeführt, ähnlich benommen wie ich. Alle hatten wir diese drei roten Linien auf dem Rücken. Einige der Mädchen fluchten, schimpften, andere weinten oder lagen einfach, so wie ich, nur da. Ich konnte nichts mehr tun, außer liegen. Meine Wut in mir kam nicht zum Durchbruch, zum Ausbruch. Irgendwann muss ich eingeschlafen sein. Da sah ich ihn wieder, den Bären, den von der Taiga. Ich sah ihn in der segnenden Geste und entfernt hörte ich ihn rufen: „Ich bin da!" Dann war er wieder verschwunden. Ich schlief weiter.
    
    Am anderen Morgen, nach dem wir was zu essen erhalten hatten, wurden Katja und ich in einen Verschlag geführt. Dort gab es drei Hocker. Wir setzten uns, obwohl wir nicht wussten, ob wir das durften. Energisch wurde die Türe geöffnet. Wir schraken zusammen, was für ein Ungeheuer würde uns nun was antun? Wir staunten dann aber, als eine Frau mittleren Alters eintrat. Auch ihr Russisch war mit Akzent, aber einem anderen Akzent als die Männer gestern. Sie stellte sich als Mademoiselle Adele vor.
    
    „Mädchen, ihr habt großes Glück. Wirklich mehr Glück als Verstand!"
    
    „Was soll daran Glück sein, hier zu landen nach dem wir vergewaltigt wurden?"
    
    „Das würde mich sehr wundern, wenn ihr vergewaltigt wurdet. Es wurde nur geprüft, ob ihr noch Jungfrauen seid, was wohl bestätigt wurde. Das erhält euren Wert. Obwohl bei euch was anderes wichtig sein könnte."
    
    „Klar sind wir noch ...
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