1. Doro 08: Verdiente Strafe


    Datum: 08.08.2022, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... selbst."
    
    Thomas erkannt den möglichen Ausweg aus seiner Klemme. Wenn sie für sein Fehlverhalten genauso bestraft würde, wie er selbst, dann sollte sie doch eigentlich kein Interesse haben, es zu melden. Er leckte sich die Lippen und überlegte, ob er auf diesen Punkt hinweisen sollte. Aber ihre rigide Haltung und die strengen Raubvogel-Augen raubten ihm den Mut.
    
    „Verschärfend kommt hinzu, dass Sie glaubten, mich belügen und hintergehen zu können. Dies kann ich nur als Beleidigung meiner Intelligenz und persönlichen Affront gegen mich verstehen. Somit sehe ich mich gezwungen, ihre Bestrafung höchstselbst zu vollziehen."
    
    Thomas fiel ein Stein vom Herzen. Denn einen kaltblütigen Mord oder brutale körperliche Gewalt traute er Madame Séverine trotz aller Strenge nicht zu. Seine schlimmsten Befürchtungen lösten sich damit in Luft auf. Was ihn stattdessen erwartete, konnte er sich noch nicht ausmalen, auch wenn die Reitgerte eine gewisse Vermutung erlaubte. Unwillkürlich fragte er sich, wie schmerzhaft Schläge mit diesem Instrument wären.
    
    „Ziehen Sie ihr Hemd aus!"
    
    Er beeilte sich, dem Befehl Folge zu leisten, legte Jackett und Krawatte ab und warf sie zusammen mit dem Hemd, das er hastig aufknüpfte, in den Wagen. Mit nacktem Oberkörper wartete er auf weitere Anweisungen.
    
    „Dorthin!"
    
    Sie dirigierte ihn mit einem Schwung der Peitsche an eine bestimmte Position in der Halle. Über sich an der Hallendecke entdeckte er einen Elektrokran mit Ketten, der gedacht ...
    ... war, um Motoren und andere schwere Gegenstände anzuheben. Mit der Fernbedienung ließ sie die Ketten herab, bis sie niedrig genug hingen, dass der Übeltäter sie greifen konnte. Thomas sah sie zweifelnd an. Er nahm an, dass er daran emporgehoben werden sollte, aber er entdeckte keine Schließen oder sonstige Vorrichtung, um sie zu befestigen. Er bezweifelte, dass er kräftig genug wäre, um sein ganzes Körpergewicht nur mit seinen Händen dauerhaft daran festzuhalten.
    
    Madame Séverine trat auf ihn zu, so nahe, wie sie ihm noch nie gekommen war. Er atmete einen Hauch ihres Parfums ein, eine Mischung aus Rosenduft und rauchigem Holz, der seine Wahrnehmung der anderen in der Halle vorherrschenden Gerüche überdeckte. Sie beugte ihren Kopf nach vorne, bis ihr Mund direkt neben seinem Ohr flüsterte. Wie zufällig streifte die Vorderseite ihrer Reitjacke dabei seine nackte Brust und ein eisiger Schauder überkam ihn bei dieser leichten Berührung.
    
    „Sie scheinen erleichtert, dass ich Ihre Grenzüberschreitung nicht an höherer Stelle weitermelde. Ich denke, dass Ihre Erleichterung mehr als voreilig ist, denn Sie haben keine Vorstellung davon, was auf Sie zukommt. Aber", sie machte eine kurze, bedeutungsschwangere Pause und ihr Tonfall wandelte sich zu dem kehligen Schnurren einer großen, hungrigen Raubkatze, „ich verspreche Ihnen, dass wir eine Menge Spaß zusammen haben werden, ehe wir diese Halle wieder verlassen."
    
    Sie trat einige Schritte zur Seite und nahm die Fernbedienung wieder ...
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