1. Vorurteile


    Datum: 08.09.2022, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... Schwanzlutscher und Arschficker und so. Unsere Männer nahmen es uns nicht übel, im Gegenteil. Sie lachten mit, erwiderten 'selber Schwanzlutscher'.
    
    "Schwanzlutscherin", korrigierte Mona. "So viel Zeit muss sein."
    
    "Auch Arschfickerin?", wollte Bruno wissen.
    
    "Wen geht das nichts an?"
    
    "Also ja. Ich verstehe nur nicht, was ihr Frauen daran findet. Bei uns jubelt die Prostata, aber bei euch?"
    
    "Wir gönnen euch halt den Spaß", warf Anna ein.
    
    Die also auch, wurde uns klar.
    
    "Sonst noch jemand?", wollte Bruno prompt wissen.
    
    Wir anderen stritten jeglichen Analverkehr strickt ab, selbst die Jungs. Da wurde es dann plötzlich interessant. Waren die etwa nicht vom anderen Ufer? Oder beschränkten sie sich auf Hand und oral? Wie sich herausstellte, gab nur Bruno zu, homosexuell zu sein. Und weil wir einmal dabei waren, outeten sich Silke und Mareike als lesbisch. Allerdings nicht miteinander, wie beide betonten.
    
    "Warum eigentlich?", wollte ich wissen.
    
    "Weil das auf der Arbeit immer Probleme gibt", erklärte Silke.
    
    "Hast du denn derzeit eine Freundin? Kennen wir sie?"
    
    "Nein. Im Augenblick bin ich solo."
    
    "Komisch, ich auch", kicherte Mareike und legte ihrer Kollegin wie nebenbei eine Hand auf den Oberschenkel.
    
    Renate und ich hatten dagegen ganz andere Probleme. Wenn die Männer hetero waren, wieso ließen wir uns dann jeden Tag so zwanglos von ihnen betatschen? Was da alles hätte passieren können! Vorsichtshalber bedeckte ich meine nackte Brust.
    
    "Dann ...
    ... macht euch das nichts aus, wenn ihr den ganzen Tag halbnackte Weiber um euch herum seht?", wollte Renate wissen.
    
    "Na ja", gab Kurt zu, "ich hab mir schon manchmal Abends einen runtergeholt und dabei an euch gedacht."
    
    "Du bist ein Ferkel", erwiderte Anna.
    
    "Wieso? Ist doch ganz normal", fand Silke. "Ich hab das auch schon gemacht."
    
    Au backe. Daran hatten wir ja überhaupt nicht gedacht. Also das wir für die lesbischen Kolleginnen ebenso ein Sexualobjekt darstellten. Einen Augenblick wurde es mucksmäuschenstill.
    
    "Jetzt kriegt euch wieder ein", meldete sich Mareike. "Ist irgendetwas passiert? Haben wir euch beleidigt? Angemacht? Geschwängert?"
    
    Der Witz kam nicht so richtig an.
    
    "Du hast recht", überlegte ich dennoch. "Was soll es? Wir sind alle Kollegen und die sexuelle Ausrichtung hat bisher keine Rolle gespielt. Warum soll das plötzlich anders sein, nur weil wir voneinander wissen?"
    
    Ein paar von uns versanken die nächsten Minuten in Gedanken, die anderen versuchten die Situation durch Witze erzählen zu überbrücken. Irgendwie war uns beides peinlich. Eigentlich sollte das völlig normal sein, aber jeder hat so seine Vorurteile.
    
    "Nimm mal deine Hängetitten aus dem Weg", wurden meine Grübeleien unterbrochen.
    
    Mareike langte über den Tisch an Gundl vorbei, versuchte die Schnapsflasche zu erreichen. Gundl war unsere bayrische Wildsau (was wir nicht böse meinten) und hatte als einzige ordentlich Holz vor der Hütte.
    
    "Ich hab wenigstens noch Titten", grinste ...
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