1. Am Arsch der Welt


    Datum: 10.11.2022, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... Ein nacktes Bein tauchte auf, daneben eines, das in einer Jeans steckte. Serge räumte ein paar letzte Gepäckstücke zur Seite und entdeckte eine weinende Frau.
    
    "Gott sei Dank", seufzte sie und versuchte sich aufzurappeln.
    
    Ohne seine Hilfe ging es nicht, doch endlich stand sie und hielt sich an einem dünnen Baum fest. Ihr Oberkörper wurde von einer fadenscheinigen Jacke bedeckt, ihr Unterleib von einer halben Jeans. Serge konnte ihr Höschen sehen, weiße Baumwolle mit gelben Flecken. Verlegen schaute er auf, in ihr wütendes Gesicht. 'Die könnte meine Mutter sein', dachte Serge. 'Blick und Alter kommen hin.'
    
    "Guck nicht so blöd", fauchte sie. "Häng' du mal fest und musst pissen."
    
    Sie hatte versucht sich selbst zu befreien, aber die Jeans hatte sich so verfangen, dass sie nicht weiterkam. Auch sie wollte bis zum Morgengrauen warten, um zu sehen, was sich machen ließ, ohne unter weiteren Kofferbergen begraben zu werden.
    
    "Schon gut", versuchte er sie beruhigen, "lass uns nach den anderen schauen."
    
    Doch den Mitreisenden war nicht mehr zu helfen. So durchwühlten sie einige Koffer, bis sie etwas passendes zum Anziehen gefunden hatte. Sie entschlossen sich, den Schienen entlang zur nächsten Ortschaft zu gehen, doch das war einfacher gesagt als getan. Der Zug war nicht einfach so aus den Schienen gesprungen. So, wie sie es sich zusammenreimten, hatte es ein Erdbeben gegeben. An einigen Stellen waren die Eisen in den Himmel gereckt, an anderen hatten sich Verwerfungen ...
    ... von zehn Metern Höhe aufgetan oder sich meterbreite Erdspalten gebildet. Bis zum Abend schätzten sie, 50 km gelaufen zu sein, waren aber Luftlinie keine 10 km vorangekommen.
    
    "Wo wollen wir übernachten?", fragte Svenja. "Ich bin fix und alle."
    
    Eigentlich hieß sie Svetlana, aber erstens gefiel ihr Svenja selbst besser und zweitens sah sie keinen Grund Serge ihren richtigen Namen zu verraten. Obwohl er sie gerettet hatte, war sie misstrauisch. Was hatte er verbrochen, dass er auf dem Zug gewesen war? Jemanden ermordet? Massenhaft Frauen vergewaltigt? Gar beides?
    
    "Keine Ahnung", gab Serge zu. "Unter freiem Himmel, etwas anderes wird uns nicht übrig bleiben."
    
    "Das wird kalt", stellte sie fest.
    
    "Aber es bleibt trocken. Kuscheln wir uns halt aneinander."
    
    "Nein!"
    
    "Nein?", sah Serge sie verblüfft an, dann verstand er. "Du hast Angst?"
    
    Svenja nickte, Serge lachte freudlos. Da machte sich diese Frau, die so gar nicht seinem Jagdrevier entsprach, Sorgen um ihre Unschuld. An ihrer Stelle hätte er sich Sorgen um ausgehende Lebensmittel gemacht, denn obwohl sie so viel mitgenommen hatten, wie sie im herumliegenden Gepäck hatten finden und tragen können, irgendwann würden ihre Vorräte zu Ende gehen. Und bei ihrer Figur würde das vermutlich nicht lange dauern, überlegte Serge sarkastisch. Svenja war nicht sehr groß, so zwischen 1 m 50 und 1 m 55, schätzte er, dafür breit wie hoch. Die Ritter Sport Figur, kompakt, praktisch, gut. Aber dafür erstaunlich fit, musste Serge ...
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