1. Am Arsch der Welt


    Datum: 10.11.2022, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... zugeben. Ihre stämmigen Beine hatten länger durchgehalten, als er für möglich gehalten hatte.
    
    "Du hast nichts zu befürchten", versprach er und dann begann er aus seiner Vergangenheit zu erzählen, während beide so gut es ging ihr Nachtlager bereiteten.
    
    Nachdem er zu Ende gekommen war, begann sie zu berichten. Sie hatte im Straßenbau gearbeitet. Die Kurzfassung lautete, dass immer wieder Werkzeuge auf unerklärliche Weise verschwanden und als man eine Untersuchungskommission eingesetzt hatte, wurden prompt einige Teile in ihrem Spind gefunden. Svenja hatte zwar keine Ahnung, wie sie da hineinkommen konnten, denn sie hatte den angeblich einzigen Schlüssel und wurde dennoch verurteilt.
    
    "Zwei Unschuldslämmer auf dem Weg ins Paradies", kommentierte Serge sarkastisch.
    
    "So kann man das sehen", murmelte Svenja müde und kuschelte sich an ihn.
    
    Er war zwar ebenso nicht ihr Typ, zu groß und mager, aber seine Zähigkeit hatten sie überrascht. Dass ein Mensch, für den Muskeln ein Fremdwort zu sein schien, so ausdauernd sein könnte, hatte sie für unmöglich gehalten.
    
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    Die Nacht war kalt gewesen, von unheimlichen Geräuschen erfüllt. Jedes Knacken eines Astes, jedes entfernte Brüllen oder Heulen hatte sie aufschrecken lassen und als am Morgen die Vögel anfingen den Tag zu begrüßen, waren beide wie gerädert. Sie erledigten ihre Morgentoilette am nächsten Baum und Busch, dann ging es weiter. Normalerweise wäre es eine schöne Gegend gewesen, viel Wald, kleine Seen ...
    ... dazwischen, ab und zu Wild, das sie neugierig beäugte. Währen da nicht die immer wieder zerstörten Gleise gewesen, Bäche, die sich aufstauten und zu Umwegen zwangen. Sie brauchten drei Tage und Nächte, bis sie zu einem Dorf kamen, in dem noch die Kirche und so eine Art Versorgungszentrum stand. Supermarkt wäre die Übertreibung des Jahres gewesen, aber sie fanden einiges, was sie noch brauchen konnten.
    
    "Wir müssen uns eine Unterkunft suchen", schlug Svenja vor.
    
    "Die hier sind kaputt", sah sich Serge besorgt um.
    
    "Ich meinte auch suchen", wurde seine Partnerin sarkastisch. "Im Sinne von sich auf den Weg machen, statt hier blöd herumzustehen."
    
    Serge verkniff sich eine Antwort und ging los. Welche Richtung war eh egal. Schon nach einer halben Stunde hatten sie eine Hütte gefunden, die infrage kam. Windschief zwar, nur ein Raum, aber mit allem, was nötig war. Ofen, Tisch, drei Stühle, oder was die früheren Bewohner dafür gehalten hatten, ein Bett und, was den Ausschlag gab, ein kleiner Bach in der Nähe.
    
    "Hoffentlich bleibt der so", murmelte Svenja.
    
    "Was meinst du?"
    
    "Wenn der sich ebenso aufstaut, sehen wir alt aus", erklärte sie.
    
    "Wenn die Besitzer zurückkommen, auch."
    
    "Wer weiß? Vielleicht sind sie froh, noch jemanden zu sehen?"
    
    Da sich solche Fragen eh nicht klären ließen, machten sie es sich so weit es ging gemütlich. Gegen Abend wollte Serge eine Öllampe anzünden, doch Svenja war dagegen.
    
    "Nicht. Wir sollten sparen, wer weiß, wann wir wieder neues Öl ...
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