1. Erziehung zur Dienstbarkeit


    Datum: 04.01.2023, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ... Maria." Und zu Georg gewandt fuhr sie fort: „Versprechen Sie mir, immer recht folgsam zu sein. Enttäuschen Sie Ihre Lehrerin nicht. Fräulein Robinson möchte hier einen ganz neuen pädagogischen Ansatz versuchen. Ich bin zwar skeptisch, dass die dahinter stehende Philosophie trägt, aber meine Neugier ist trotzdem aufs höchste gespannt. Sie hat einige interessante Vorstellungen von der Vermittlung Ihrer Dienstpflichten und Ihrer Formung zum zukünftigen... Kollegen."
    
    Die Direktorin schloss die Tür hinter sich und ließ Georg und Mary allein zurück. Beide lächelten sich verlegen an.
    
    „Dann beginnen wir mit der Arbeit", brach Mary das Schweigen und sah Georg erwartungsvoll an.
    
    „Ganz wie Sie meinen. Ich habe zwar noch nicht ganz verstanden, worum es gehen soll, aber ich bin froh, dass Sie mich aus den Fängen der Direktorin befreit haben. Unserer erste Begegnung war etwas... na, Sie wissen ja wie sie ist."
    
    „Ja, das weiß ich nur zu gut", seufzte Mary. „Deshalb darf unser Vorhaben nicht scheitern. Ich muss mich schon wieder auf Ihr Vertrauen verlassen. Ich hoffe, da verlange ich nach allem nicht schon wieder viel zu viel. Dabei stehe ich schon so tief in Ihrer Schuld." Sie lächelte und senkte ihre blauen Augen zu Boden.
    
    „Ach Mary, Sie verzeihen die vertrauliche Anrede, natürlich können Sie sich auf mich verlassen. Ohne Ihr Eingreifen wäre ich schließlich gar nicht hier. Und von irgendeiner Schuld kann gar keine Rede sein."
    
    „Das höre ich gerne", sagte sie leise, indem ...
    ... sie ihn kurz am Arm berührte. Dann trat sie einen Schritt zurück und zupfte an ihrem Ärmel herum, aus dem sie ein kleines, gefaltetes Blatt Papier zog. Sie stellte sich betont aufrecht hin, zog ihren Anzug zurecht und richtete erneut das Wort an ihn, wobei sie von Zeit zu Zeit eine Blick auf ihren Spickzettel warf:
    
    „Lieber Herr Herwig, dann wollen wir beginnen mit den Lektionen in Dienstbarkeit, die uns in den kommenden Tagen beschäftigen werden. Zur Abgrenzung des Themas: Wir werden unseren Gegenstand nicht im staatspolitischen Sinne betrachten. Es geht uns vielmehr um den allgemein menschlichen Standpunkt. Dazu ist es nötig, dass wir zunächst die Scheuklappen von Stellung und Geschlecht durch einen Wechsel der Perspektive ablegen. Nur so erlangen wir ein tieferes Verständnis unseres Gegenstandes."
    
    „Ich hoffe, das hört sich für Sie nicht zu radikal an?", unterbrach sie ihre Ansprache. Als Georg nur eine wegwerfende Geste machte, strahlte sie: „So habe ich Sie auch eingeschätzt, Georg." Dann fuhr sie in ihrem Vortrag fort.
    
    „Nun ein paar Worte über meine pädagogische Methode: Die Natur des Gegenstandes verlangt, dass wir ihn nicht nur theoretisch angehen. Unser Ziel ist die ganzheitliche Erziehung, das didaktische Mittel der Wahl ist die Anschauung. Wir nehmen keine Bücher zur Hand, sondern wollen den Gegenstand selbst mit den Händen begreifen. Und dazu... erlangen wir durch alle Sinne... Arbeit am Gegenstand... Erkenntnis... learning by doing, wie schon Aristoteles... ...
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