-
Wie ich tabulos wurde 07
Datum: 02.03.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,
Nach dieser Nacht -- der Nacht nach dem Aufeinandertreffen mit der realen Katharina; der Nacht, in der mich Maik stundenlang nahm, als würde seine Erektion nie, nie wieder verschwinden -- nahm ich einige Wochen Abstand von Maik. Die Heftigkeit, mit der er mich stundenlang genommen hatte, hatte mir gefallen -- aber der Grund dafür war mir eigentlich zuwider. Dass er trotz begonnenem Rollenspiel stundenlang nichts zu mir gesagt hat und auch, dass ihm die geöffnete Wohnungstür egal war, hat mich irgendwie darin bestätigt, dass er in einer Art Trance war. Eine Art Trance, die nur damit zu tun hatte, dass er seine Tochter nackt gesehen und sein Körper darauf reagiert hatte -- die Tochter, die er seit Jahrzehnten vögeln wollte. Die, von der er seit Jahrzehnten träumte. Und noch immer konnte und wollte ich mir reale Dinge dieser Art eigentlich nicht vorstellen. Allerdings schrieb er mir immer und immer wieder. Begann in seinen Textnachrichten Rollenspiele, auf die ich einging, weil ich den darauffolgenden Sex wollte -- ich hatte zu lange mitgemacht, um mich jetzt von dieser einzigen Begegnung davon abbringen zu lassen. Zu lange die Rolle der Katharina gespielt, um jetzt auf einmal damit aufzuhören. Also stieg ich irgendwann wieder in sein Auto, ließ mich auf dem Weg zu seiner Wohnung auf einen Dialog ein und nahm in seinem Schlafzimmer irgendwelche Bestrafungen für irgendwelche Dinge hin, die die Katharina in mir getan hatte. Ich hatte Spaß daran und redete mir ein, dass ...
... seine Fantasien, so ekelhaft sie auch sein mochten, mir immerhin zu umwerfend gutem Sex verhalfen. Tag Zwei in der Reihe der drei ausschlaggebenden Tage veränderte etliche Wochen später -- zu einem Zeitpunkt, an dem Maik nur wenige Tage frisch fünfzig Jahre alt war -- meine Sichtweise darauf, indem er diese Fantasie umdrehte. In eine völlig andere, völlig falsche Richtung. Und anders als Tag Eins lag Tag Zwei in seiner Hand. Ganz allein in Seiner. An Tag Zwei riss er mich in einen Strudel mit, den ich so nicht erwartet habe -- indem er aus seiner Fantasie, die er hatte und die seit Jahrzehnten unerfüllt blieb, eine Art Fortführung machte, indem er mich zu mehr als nur einem Mitwisser machte. Indem er mich vergiftete. Und all das begann er, indem er die Autofahrt zu sich nicht mit einem Rollenspiel anfing, sondern mich ansprach. Mich ganz bewusst fragte, ob meine Eltern eigentlich noch zusammenleben würden. Die Frage verwirrte mich, aber ich zog keine Schlüsse daraus und nannte ihm lediglich die Antwort: ja. Aber Maik bohrte weiter. Wollte wissen, wie denn eigentlich das Verhältnis zu meinem Vater ist und ob ich das Rollenspiel, welches wir nun seit beinahe einer halben Ewigkeit miteinander spielten, nicht auch mal umdrehen möchte. „Umdrehen?" fragte ich verdattert und wusste überhaupt nicht, worauf er hinauswollte. „Ja, umdrehen", nickte er. „Nicht du als Katharina, meine Tochter. Sondern du als du -- Laura -- und ich als dein Vater." Das Wort 'dein ...