1. No-LIMIT-Rooms 08


    Datum: 29.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,

    No-LIMIT-Rooms 08
    
    Nadia
    
    von
    
    J. Paschmann
    
    Die Milchbar
    
    Nadia
    
    Als ich aufwachte, wusste ich nicht, wo ich war oder wie ich hierhergekommen war. Ich hörte ein Baby schreien. Offensichtlich lag ich in einem Krankenhausbett, doch es war bestimmt kein modernes Krankenhauszimmer, wie ich es kannte.
    
    Der Saal, anders kann ich es nicht bezeichnen, fasste 10 Betten. Es gab fahrbare Trennwände aus Stoff, welche zwischen die Betten geschoben werden konnten, doch keines der Betten war so abgeschirmt.
    
    Vier Betten waren belegt, es waren alles relativ junge Frauen. Nun wurde mir auch klar, warum Babygeschrei mich aufgeweckt hatte, denn neben jedem der Betten stand ein Babybett, und zwei Frauen stillten gerade ihr Kind.
    
    In meinem linken Arm steckte eine Kanüle, welche zu einem Tropf führte. Ich versuchte, mich aufzurichten, doch war seltsamerweise zu schwach dafür. Außerdem fühlte ich mich irgendwie leer, während gleichzeitig meine Brüste schmerzten. Mühsam hob ich mit meinem rechten Arm die Decke an und sah an mir herunter. Meine Kleidung bestand offensichtlich aus einem hellblauen Krankenhauskittel. Verwirrt betrachtete ich die feuchten Stellen meines Kittels, an den Stellen, wo meine Brustwarzen waren.
    
    „Ah, Nadeschda, Du bist wach. Wie geht es Dir? Möchtest Du jetzt stillen? Ich bringe Dir sofort Deine Tochter!"
    
    Nadeschda? Der Name sagte mir nichts. Ich hieß doch ...? Und die Schwester hatte mich auf Russisch angesprochen. Aber ich war doch gar keine ...
    ... Russin? Oder doch?
    
    Noch immer stand die Frau lächelnd neben mir, aber ihr Gesichtsausdruck schien jetzt besorgt.
    
    „Nadeschda, alles gut?"
    
    Unfähig zu antworten, schüttelte ich meinen Kopf. Was war hier los? Wer war ich? Wo war ich? Warum hatte ich eine Tochter?
    
    Mühsam brachte ich einige Worte hervor.
    
    „Verzeihung, aber ich kann mich an nichts erinnern! Ich weiß nicht, wer, oder wo ich bin!"
    
    Das Lächeln verschwand aus dem Gesicht der Schwester.
    
    „Moment, ich hole den Doktor."
    
    Während die Schwester aus dem Zimmer eilte, sah ich in die neugierig blickenden Augen meiner Zimmergenossinnen.
    
    Es dauerte nicht lange, bis die Schwester mit einem Mann im Arztkittel zurückkehrte. Er mochte um die 50 Jahre alt sein, war glatt rasiert, sein Haar leicht ergraut.
    
    „Guten Morgen! Ich bin Doktor Walaschenko. Anastasia hier sagte mir, dass Sie Probleme haben?"
    
    „Guten Morgen, Herr Doktor! Ja, ich kann mich an nichts erinnern. Nicht an meinen Namen, nicht wo ich bin. Nicht einmal, an eine Schwangerschaft, und auch an keine Geburt!"
    
    Er schaute auf ein Klemmbrett, was ihm die Schwester reichte und las mit gerunzelter Stirn einen Moment lang irgendetwas nach. Dann entspannten sich seine Züge wieder und er begann freundlich zu lächeln.
    
    „Ihr Name lautet Nadeschda Tolstaya. Erinnern Sie sich?"
    
    Ich horchte in mich hinein. Nein, der Name sagte mir überhaupt nichts. Er war mir völlig fremd.
    
    „Nein!", antwortete ich mit zunehmender Verzweiflung.
    
    „Hm, erinnern Sie sich an ...
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