1. No-LIMIT-Rooms 08


    Datum: 29.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,

    ... Rücken, damit sie Bäuerchen machen konnte.
    
    Aigul stand auf.
    
    „Ich muss mich jetzt umziehen. Wir können heute Nacht noch sprechen, falls Du noch nicht schläfst."
    
    Damit wandte sie sich um und verließ den Raum.
    
    Auch ich stand auf und begab mich auf die Suche nach Polina, damit sie mir half, mich zurechtzufinden. Natürlich war sie bei den Kindern.
    
    Sie kam auf meine Frage kurz mit ins Kinderzimmer, wo sie mir die Windeln zeigte und die Sachen für die Babys. Dann ließ sie mich mit Marja wieder alleine.
    
    Gesättigt, gewickelt und frisch angezogen war sie inzwischen müde, und so legte ich sie zärtlich in das, von Polina schon vorbereitete Bett. Danach kniete ich mich hin und betrachtete meine Tochter. Dieses kleine Wunder der Natur. Hier würde sie auf keinen Fall aufwachsen. Egal, was ich dafür tun musste.
    
    Während sie so friedlich begann einzuschlafen, fing ich unwillkürlich an zu summen. Worte drängten sich in meinen Kopf, kamen über meine Lippen, ohne dass ich es sofort bemerkte. Es war ein altes Schlaflied, was ich summte. Und als es mir bewusst wurde, hielt ich erschrocken inne. Ich hatte mich wieder an etwas erinnert!
    
    Doch es war kein deutsches Schlaflied gewesen, ich hatte auf sorbisch gesungen! Es war das, was meine Großmutter immer gesungen hat, wenn ich oder meine Schwester nicht einschlafen wollten.
    
    Meine Schwester!
    
    Laura!
    
    Als ich nach dieser Erinnerung griff, entzog sie sich mir wieder. Wie durch einen Nebel wurde sie ...
    ... verschleiert.
    
    Erschöpft ließ ich mich neben dem Bettchen auf den Boden sinken und fing erneut an zu weinen.
    
    Unwillkürlich griff ich zu dem Fremdkörper an meinen Hals. In was für einen Albtraum war ich hier nur gelandet?
    
    Irgendwann brachte Polina das erste Kind zum Schlafen herüber und riss mich aus meiner Verzweiflung heraus.
    
    Schnell wischte ich mir meine Tränen aus dem Gesicht und erhob mich. Wie lange ich so gekauert hatte, konnte ich nicht sagen, doch ich fühlte mich unendlich erschöpft an.
    
    Polina musterte mich, verlor jedoch kein Wort darüber, wofür ich ihr dankbar war. Stattdessen bat sie mich einfach, ihr auch bei den anderen Kindern zu helfen, sie ins Bett zu bekommen.
    
    Das beschäftigte mich und vertrieb zunächst alle anderen Gedanken aus meinem Kopf.
    
    Erst als wir alle Kinder endlich zum Schlafen bekommen hatten, fanden wir Ruhe. Polina schaltete das Babyfon ein und wir zogen uns in das Melkzimmer zurück, wo wir wieder unsere Milch abpumpten.
    
    „Weshalb hast Du eigentlich schon Milch, obwohl Du noch kein Kind hast?"
    
    Polinas Gesichtsausdruck wurde traurig.
    
    „Mein erstes Kind ist gestorben, mit vier Wochen!"
    
    Entsetzt drückte ich mein Bedauern und Mitleid aus. Nicht auszudenken, wenn das Marja geschah.
    
    „Wie kamst Du hierher?"
    
    „So wie alle hier: Für die Bar wurden hübsche Frauen gebraucht, die Milch gaben und irgendetwas auf der Bühne machen konnten. Vorzugsweise Frauen, die schon Yuri gehörten."
    
    „Aigul hat mir gesagt, dass Du singen würdest."
    
    Polinas ...
«12...222324...61»