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No-LIMIT-Rooms 08
Datum: 29.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt,
... Ihnen eine gute Fahrt!" Yuri nickte nur freundlich zurück und führte mich auf dem Steg zu seinem Boot. Sein ‚Kleines Sportboot' entpuppte sich, zumindest in meinen Augen, als ausgewachsene Yacht, von gut 12 Meter Länge. Er half mir beim Einsteigen, damit ich nicht ins Wasser fallen konnte. Dann führte er mich ein wenig an Bord herum. Im Inneren befanden sich drei Räume. Sogar zwei Schlafkabinen waren vorhanden. Dieses Boot war sicher hochseetauglich und keineswegs nur dazu bestimmt, nur auf der Newa zu fahren. „Scheint ein perfektes Schmugglerboot zu sein", bemerkte ich spitz. Yuri lachte nur. „Nein, diese Yacht ist viel zu auffällig zum Schmuggeln. Obwohl sie schnell genug wäre, um den Zollbooten davonzufahren. Doch spätestens am Hafen würde ich dann von Polizisten erwartet." Sein verschmitzter Ausdruck verriet mir, dass dies nur die halbe Wahrheit war. Plötzlich kam mir ein Verdacht. „Ich befinde mich nicht zum ersten Mal auf diesem Boot, oder?" „Du erinnerst Dich?" „Nein. Aber wenn Du mich aus Deutschland entführt hast, musstest Du mich ja irgendwie über die Grenzen schaffen. Mit dem Auto hättest Du mich über mindestens zwei Grenzen schaffen müssen." Er zuckte mit den Schultern. „Das wäre kaum ein Problem gewesen. Aber die Reise auf diesem Boot war für Dich wesentlich komfortabler." „Komfortabler?" In meiner plötzlichen Vorstellung hatte ich, auf der Reise, gefesselt und geknebelt in einem Stauraum gelegen. „Du bist als mein ...
... Gast in meiner Kabine gereist, falls Du das meinst. Und eigentlich hatte ich gehofft, dass Du Dich daran erinnerst, sobald wir das Boot betraten." „Nein, ich habe noch immer keine Erinnerungen. So sehr ich es mir auch wünsche." Es dauerte einige Augenblicke, bis ich seinen merkwürdigen Blick bemerkte, mit dem er mich musterte. „Was?", meine Stimme überschlug sich fast. „Bist Du sicher, dass Du Deine Erinnerungen zurückhaben möchtest?" Ich wollte schon „Natürlich!" antworten, doch dann zögerte ich. Endlich fragte ich ihn direkt: „Was hast Du mir Schlimmes angetan, woran ich mich nicht erinnern soll?" Zu meiner Überraschung wurde er nicht zornig. Stattdessen verriet sein Blick so etwas, wie Bedauern. „Du weißt, was ich mache. Und Du weißt inzwischen, dass Du nicht völlig freiwillig hier bist. Doch es war nie etwas gegen Dich persönlich. Deine Schwester hatte Dich hineingeritten. Und Du warst es, die das Gleichgewicht wiederhergestellt hat." „Gleichgewicht wiederhergestellt?" Ich verstand es wirklich nicht. Yuri zögerte, dann schüttelte er seinen Kopf: „Nicht heute, heute soll ein schöner Tag werden. Komm, wir machen nun eine Bootsfahrt." „Sag mir, was Du mit ‚Gleichgewicht wiederhergestellt' meinst!" „Ein anderes Mal. Petya, mach die Leinen Los, wir fahren ab!" Er ergriff mein Handgelenk und führte mich ins Cockpit der Yacht. Rechts, vor dem Steuerrad waren zwei, mit weißem Kunstleder bezogene, Sessel vor der Steuerkonsole. Links, etwa einen ...