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Puppenliebe
Datum: 30.07.2023, Kategorien: Sonstige,
... Teddy saß, den ich als kleines Kind bekommen hatte. Er war für mich ein Begleiter durchs ganze Leben gewesen und ich würde ihn niemals hergeben. Viele Erinnerungen brachte ich mit ihm in Verbindung. Neben ihm war Platz für Prinzess. Ich brachte sie dorthin und setzte sie darauf. Zu meinem Erstaunen fiel sie nicht herunter, obwohl sie kopflastig war. Leider war ihr Haar zerzaust und hing wild herunter, war kein schöner Anblick. Also nahm ich sie herunter, legte sie auf das Bett und holte die Bürste, die sich in der Küche befand. Mit ihr bewaffnet kam ich zurück, betrachtete nach meiner Rückkehr die Puppe auf dem Bett. Sie lag, wie ich sie verlassen hatte, die Augen geschlossen. Ich setzte mich mit aufs Bett, nahm sie auf und setzte sie auf meinen Schoß, begann ihr Haar vorsichtig zu bürsten. Setzte ich die Bürste an, drückte ich minimal stärker auf. Obwohl es verrückt war, hatte ich Frau Kringels Worte in den Ohren, dass Prinzess es besonders gerne mochte. Ich bürstete sie solange, bis ihre Haare perfekt saßen, sahen aus wie ein vereister Fluss. Weich fiel es, hing lang und ohne Makel herunter. "Bist eine Hübsche!", meinte ich und hielt sie für einen Moment hoch. Ihre Augen klappten auf, und eines wackelte nach, sah aus, als wenn es mir zuzwinkern würde. Ich schmunzelte sie an, setzte sie zurück auf das Regal und legte das Haar, das es ungehindert über das Brett hinaus herunterhängen konnte. Einen Moment stand ich davor, legte meinen Kopf schief. "Du ...
... wolltest also zu mir. Wer hätte das gedacht. Dann wollen wir mal hoffen, dass wir gut miteinander auskommen. An mir soll es nicht liegen!", sprach ich zu ihr und ging aus dem Raum, wollte an meinem Roman arbeiten. Nach einer Stunde hörte ich es plötzlich leises Poltern und stand auf, um nachzusehen, was es gewesen war. Ich brauchte nicht lange, um herauszubekommen, dass es der Teddy gewesen war, der vom Regal gefallen war und auf dem Boden lag. Ich hob ihn auf, setzte ihn zurück auf seinen Platz, drückte ihn zusätzlich an die Wand, damit es kein zweites Mal passierte. Dabei war es ungewöhnlich, das es überhaupt geschehen war. Er saß seit Jahren dort, ohne sich bewegt zu haben, war nie umgekippt. Aber wer kannte es nicht, wenn plötzlich und ohne Grund ein Besen umkippte, der seit langer Zeit in der Ecke gestanden hatte, oder Ähnliches. Ich machte mir keine Gedanken darüber, ging stattdessen in mein Arbeitszimmer zurück, konzentrierte mich auf meine Arbeit. Der Abgabetermin rückte unaufhaltsam näher und ich wollte pünktlich fertig werden. Ich sah von meinem Rechner auf, als das Poltern ein zweites Mal erklang. Leicht verärgert ging ich gleich ins Schlafzimmer und entdeckte den Teddy mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden. Aus Spaß sah ich Prinzess böse an. "Mach das nicht noch mal, er ist ein ganz freundlicher Teddy, der dir nichts getan hat!", schimpfte ich mit ihr und musste grinsen, als ich mich dabei erwischte. Prinzess hatte eine seltsame Auswirkung auf mich und ...