1. Puppenliebe


    Datum: 30.07.2023, Kategorien: Sonstige,

    ... Hause. Hier machte ich mich gleich an die Arbeit das gewonnene Wissen zu verarbeiten. Die Puppe bekam einen Ehrenplatz auf meinem Schreibtisch.
    
    In den nächsten Wochen gewöhnte ich mich an sie, und wenn ich sie ansah, erinnerte sie mich an Frau Kringel.
    
      Kapitel 2
    
    Drei Monate später bekam ich ein Paket, ohne vorher benachrichtigt worden zu sein. Bestellt hatte ich nichts, daher wunderte ich mich. Trotzdem nahm ich das Paket an, als ich die Absenderin Karin Kringel erkennen konnte.
    
    Neugierig öffnete ich das Paket und fand als Erstes einen Brief, der zuoberst lag. Neugierig machte ich ihn auf und las:
    
    Sehr geehrter Herr Bauer
    
    Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass unser Mutter, Frau Mia Kringel vor zwei Wochen sanft und friedlich eingeschlafen ist. Nach Durchsicht des Erbes und des Testaments haben wir eine Anweisung erhalten, wie mit besonderen Stücken der Sammlung, nach ihrem Ableben, verfahren werden soll. Unter anderem war ihr Name verzeichnet. Daher senden wir ihnen dieses zu, mitsamt einem beigelegten Schreiben meiner Mutter.
    
    Mit freundlichen Grüßen
    
    Karin Bauer
    
    Als ich den Briefumschlag ausschüttelte, fiel ein Zweiter heraus, kleiner als der vorherige. Ich machte ihn auf und las die wenigen Zeilen, die in einer krakeligen Schrift darauf vermerkt waren:
    
    In den letzten Tagen ging es mir schlecht und ich muss ins Krankenhaus. Da ich glaube, dass ich danach nicht mehr in mein Heim zurückkommen werde, habe ich meine Schützlinge gefragt, ...
    ... wohin sie möchten, wenn ich nicht mehr bin. Ihrem Wunsch entsprechend habe ich es aufgeschrieben. Bitte passen sie gut auf sie auf, meine Kinder haben es verdient, in gute Hände zu kommen.
    
    Mia Kringel
    
    Ich ließ die Mitteilung sinken und sofort kamen mir die Bilder der alten Frau Kringel in den Sinn, als wenn ich sie gestern gesehen hätte. Auch wenn ich wenige Stunden bei ihr gewesen war, hatte sie einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und ich hatte einen Kloß im Hals bei dem Gedanken, dass sie nicht mehr war.
    
    Ich legte den Brief und die Nachricht beiseite, hob das Innere aus dem Karton. Es war in mehrere Lagen Schutzfolie, stoßsicher eingepackt und ich wickelte es behutsam aus, damit es nicht kaputt ging.
    
    Ich sah ungläubig hin, als ich erkannte, was es war. Vor mir lag Prinzess auf dem Tisch, angezogen in ihrem roten Mini, den ich für sie gemacht hatte, und lächelte mich mit halb geschlossenen Augen an. Zusätzlich hatte Frau Kringel eine Haarbürste mit eingepackt.
    
    "Was mache ich jetzt mit dir?", fragte ich sie unbewusst laut und erschrak, als ich merkte, dass ich es nicht in meinen Gedanken alleine formuliert hatte.
    
    Ihr gleichbleibender Gesichtsausdruck war nicht verwunderlich und ich überlegte, wo ich sie am besten hinsetzten könnte. Für meinen Schreibtisch war sie zu groß, um dauerhaft dort zu sitzen, ins Wohnzimmer passte sie nicht. Daher fiel mir kein anderer Ort als mein Schlafzimmer ein. An der Wand hatte ich ein kleines Regal, auf dem ein alter ...
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