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Puppenliebe
Datum: 30.07.2023, Kategorien: Sonstige,
... ihren Haaransatz sehen, nicht mehr. Das ging gar nicht, musste geändert werden. Stattdessen zog ich den Stuhl um den Tisch herum, bis sie seitlich neben mir saß. Durch den Ruck hatten sich ihre Beine gespreizt und ich konnte ihr unter den Rock schauen. "Du bist ein unanständiges Mädchen!", schimpfe ich mit ihr, legte die Beine züchtig zusammen und nickte. "So ist es besser. Was möchtest du essen?", war eine rhetorische Frage, ich fand es trotzdem höflich, Prinzess danach zu fragen. Danach stand ich auf, holte alles, was ich brauchte, um ein opulentes Frühstück zu machen und musste dabei lächeln, als ich die Puppe im Stuhl sitzen sah. Ähnlich hatte ich es bei Frau Kringel gesehen, auch sie sprach mit ihren Puppen. Mir wurde langsam klar, was sie dazu bewegt hatte. Warum auch nicht. Es störte niemanden, tat niemandem weh. Außerdem vermittelte es einem das Gefühl, nicht alleine zu sein. Ich machte das Radio an, hörte Nachrichten und Wetterbericht wie jeden Morgen. "Scheiß Wetter!", kommentierte ich das Gehörte, verzog ein verdrießliches Gesicht. "Regen, nichts als Regen. Du hast es gut, du musst nicht raus. Ich hingegen muss Lebensmittel einkaufen. Nichts mehr da. Der Kühlschrank ist leer!" Nachdenklich sah ich Prinzess an und hatte das Gefühl, als wenn sie mich angrinsen würde. "Macht sich auch noch über mich lustig. Wenn das mit dir so weitergeht, kommst du zurück in die Schachtel und auf den Dachboden. Vielleicht findet dich irgendwann jemand und ...
... verschenkt dich an ein garstiges, kleines Mädchen, die dir die Haare raus reißt oder abfackelt!" Sekunden später taten mir meine Worte leid, als ich ihr unschuldiges Gesicht sah. "Das tue ich natürlich nicht, keine Angst!", versuchte ich meine Worte von vorher zu relativieren. "Nutzt aber nichts, ich muss los. Wird nicht lange dauern, bis ich zurück bin! Kann ich dir was mitbringen?" Wie von selbst formten sich Worte in meinem Kopf, die ich nicht willentlich gelenkt hatte. Eine klare, höhere, weibliche Stimme formte sich heraus. "Ich möchte mehr zum Anziehen. Immer dasselbe anzuhaben ist nicht schön!" Ich schüttelte meinen Kopf und sah Prinzess an. An ihr hatte sich nichts verändert, ihre klaren, großen Augen starrten ins Leere, ihre spaltbreit aufstehenden Lippen, hatten sich um keinen Millimeter bewegt. Mein Gehirn hatte mir einen Streich gespielt, trotzdem fand ich, dass es keine schlechte Idee war. Wenn die Puppe schon bei mir war, sollte sie gut aussehen. "Ich werde sehen, was sich machen lässt. Solange ich fort bin, kannst du ja fern sehen!" Vorsichtig nahm ich Prinzess auf, trug sie ins Schlafzimmer zurück und setzte sie wie gewohnt auf das Kissen. Als ich den Fernseher für sie angemacht hatte, zog ich mich um, ließ den Morgenmantel fallen und suchte aus meinem Kleiderschrank heraus, was ich anziehen wollte. Jeans, Pullover, Strümpfe und Unterwäsche. Ich legte die Klamotten auf das Bett, drehte mich zum Schluss selber herum und konnte dabei zusehen, wie ...