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Puppenliebe
Datum: 30.07.2023, Kategorien: Sonstige,
... die Augen zu, mach deinen Geist frei und denke an dein Zuhause!" Es gelang mir nicht gleich, dauerte eine Weile, doch als ich nicht mehr daran glaubte, geschah es wie auf Knopfdruck. Ich wachte auf und wunderte mich darüber, dass es dunkel um mich herum war. Sofort kamen die Erinnerungen zurück, die auf mich nicht wie ein Traum wirkten. Ich meinte die Gerüche in der Nase zu haben, genauso die optischen Eindrücke vor den Augen zu sehen. Bei Träumen verschwanden sie sofort, blieben als rudimentäre Teile hängen. Hier war es anders, blieb als Ganzes im Gehirn vorhanden. Es begann zu dämmern und ich stand kurz auf, um aufs Klo zu gehen. Meine Blase zwang mich dazu, das warme Bettchen zu verlassen. Als ich zurückkam, machte ich meine Nachttischlampe an und trat vor das Regal mit den Puppen darauf, betrachtete sie längere Zeit. "Wollt ihr mitkommen?", fragte ich sie leise, kam mir dabei dumm vor. Was hatte ich erwartet, als Antwort zu bekommen. Auf der anderen Seite funktionierte es bei Prinzess auch, warum also nicht hier. Es kam, wie ich es mir gedacht hatte. Nichts geschah. Sie blieben stumm wie zuvor, und ich fragte mich, ob ich langsam verrückt werden würde. Dies wurde von Prinzess unterbrochen. "Was habe ich dir gesagt? Hörst du mir eigentlich zu?", fragte sie mich mit vorwurfsvoller Stimme und ich drehte mich zu ihnen um. "Doch. Habe ich!", gab ich zurück, wusste jedoch nicht, was sie damit gemeint hatte und log sie daher an. "Glaube ich nicht, aber ...
... spielt keine Rolle. Sie gehören dir nicht, also kannst du nicht mit ihnen sprechen!" Ich ging zurück ins Bett, legte mich auf den Rücken und dachte darüber nach. "Richard gehört mir lange, er hat noch nie mit mir gesprochen!", gab ich trotzig zurück und Prinzess kicherte leise. "Doch. Hat er. Als du klein warst, hast du ihn gehört. Das hast du deiner Mutter erzählt und sie hat dir gesagt, dass es Quatsch ist. Seitdem hast du nicht mehr auf ihn gehört. Irgendwann hat er es aufgegeben und ist seitdem stumm. Man könnte auch sagen, in einem mauligen Dauerzustand und eingeschnappt. Darum feindet er sich auch mit allen anderen an. Um es anders zu sagen, er ist zu einem alten, griesgrämigen Bär geworden, der sich in sich selber zurückgezogen hat und wenn überhaupt, alles nur schlecht findet!" "Ein schlimmes Schicksal!", sinnierte ich und Prinzess ließ es nicht zu. "Sei nicht so gehässig. Er ist ein einsamer, alter Bär, nichts anderes!" "Wenn du das meinst!", gab ich zurück, wollte vor dem Aufstehen ausruhen, dachte einen Moment über alles Mögliche nach. Gegen frühen Morgen, ganz gegen meine Gewohnheit, stand ich auf und suchte nach einer Rufnummer, die ich lang nicht mehr genutzt hatte. Ich griff zum Telefon und wählte die Nummer, hörte das Freizeichen, ein gutes Zeichen. Ich hatte vorher keine Ahnung davon gehabt, ob sie richtig war. Jetzt musste nur noch die Richtige an den Apparat gehen. "Ja?", hörte ich eine verschlafene Stimme, die ich erkannte. "Hallo ...