1. Kometenhaft 29


    Datum: 07.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... erlaubt, solange sie die Arbeitssicherheit nicht beeinträchtigen.
    
    Ich war zunächst irritiert. Gab es wirklich welche, die nackt in die Schule gingen? - Ja, die gab es! Jetzt erst fiel es mir auch auf. Ein paar Studenten saßen in der Tat unbekleidet im Audimax und zogen jetzt lange Gesichter. Auch bei Mareike kam nicht unbedingt Jubel auf.
    
    Besonders wurde auch darauf hingewiesen, dass Schutzkleidung und Laborkittel, auch wenn diese deutlich mehr als gefordert bedeckten, ordnungsgemäß und ohne Modifikationen zu tragen sind.
    
    Echt jetzt? Da verweigerten auch ein paar die Schutzkleidung???
    
    Zum Schluss gab die Hochschule noch die Einrichtung von neuen "Hygienekabinen" bekannt. Dabei lief ein "Uuuuuuuuh" durch das Audimax. Leise hörte man schon "Fickzimmer" oder "Bumsbuden". Der Redner tat sein Bestes, nicht zu erwähnen, dass es sich hierbei um spezielle Zimmer für Sex handeln sollte, die mit einem frisch bezogenen Bett und Waschgelegenheit ausgestattet, und allen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden sollten. Allerdings unter der Auflage, dass sie nur eine halbe Stunde genutzt werden dürfen, und die Sauberkeit der Zimmer nach der Benutzung von abgestelltem Personal überprüft wird. Der neue Bezug des Bettes nach der Benutzung muss vom Benutzer durchgeführt werden.
    
    Ich dachte an die Szene mit Ramona zurück, die sich damals in dem Nebenraum des Labors bedienen ließ (oder hat sie bedient?). Die Hochschule sah wohl keinen Weg, Sex in den Hochschulgebäuden zu ...
    ... verhindern, also lieber in bereitgestellten Zimmern, als in den Hörsälen und Labors.
    
    Danach erst kam noch eine Rede des Vizepräsidenten der Hochschule, man wolle die Individualität der Studenten nicht einschränken, sich aber auf den Lehrbetrieb besinnen, die Würde erhalten, den neuen körperlichen Bedürfnissen Rechnung tragen ...... blablabla und so weiter und so fort und verabschiedete uns dann bis zum nächsten Semester in die vorlesungsfreie Zeit und die Ferien. Pech für mich: Ich hab nen Job und muss wahrscheinlich ab nächster Woche bei der Neuorganisation der Hochschule mithelfen. Geschweige denn meine Masterarbeit abschließen. Ich wollte noch sehen, ob Noretzki zu sprechen war und wurde von ihm freundlich empfangen. Über die Toten nur Gutes heißt es ja, aber der alte Wannler war nie so nett. Wir redeten nur kurz. Er war nach der Versammlung eigentlich auch schon auf dem Weg ins Wochenende, bekräftigte allerdings, dass er mich ab Montag in alter Frische im Labor erwarte, da er das neue Semester planen müsse und mit mir die Hinterlassenschaften vom Wannler durchgehen wollte (wird wohl die ganze Woche oder noch länger dauern).
    
    Lange blieben wir danach nicht mehr in der Stadt, für das Wochenende musste noch gepackt werden, und die Zugtickets waren auch noch nicht gebucht. Vanessa hüpfte aufgeregt durch die Wohnung und ließ keine Gelegenheit aus, zu erwähnen, wie aufgeregt sie war, ihren Eltern ihr Schwesterchen vorzustellen. Am Telefon verriet sie ihnen jedoch noch nichts, ...
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