1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    Kumiho-Na-Ri
    
    Dämonin des Windes Teil 2
    
    von
    
    J. Paschmann
    
    Lagerfeuergeschichte
    
    „Von der Schlacht gegen die Samurai brauche ich euch ja nicht zu berichten, denn ihr wart ja dabei!"
    
    De-Yong hatte ausgiebig gegessen, Wasser getrunken, und genoss nun, zusammen mit den beiden Soldaten am Feuer liegend, Makgeolli aus einer Flasche, welche der Reihe nach umging. Der koreanische Reiswein machte kaum betrunken, sorgte aber für entspannte Atmosphäre.
    
    „Ich wurde verletzt. Als ich sah, dass wir verloren hatten, ergriff ich die Flucht."
    
    Traurig blickte er in die Flammen.
    
    „So viele gute Männer verloren an diesem Tag ihr Leben. Und wir haben nichts ausrichten können."
    
    Die beiden Soldaten nickten zustimmend, sich an das Grauen des Kampfes erinnernd.
    
    „Ich hoffte, im Wald in Sicherheit zu sein, doch ein Samurai holte mich ein und stellte mich. Wir kämpften und ich verlor. Das letzte, woran ich mich erinnere, war, dass ich schwer verwundet und sterbend am Boden kniete und den tödlichen Hieb erwartete."
    
    Er nahm einen tiefen Schluck und schüttelte sich.
    
    „Dann wachte ich tief im Wald auf, und eine wunderschöne, nackte Frau pflegte meine Wunden!"
    
    Die Männer rissen die Augen auf.
    
    „Eine wunderschöne, nackte Frau?", fragte Cha-He nach. „Leutnant, ihr habt doch sicher geträumt?"
    
    De-Yong schüttelte seinen Kopf.
    
    „Nein, wenn ich es euch sage: Die wunderschönste Frau, die ihr euch vorstellen könnt! Und völlig nackt!"
    
    Träumerisch starrten die ...
    ... Männer in die Flammen, und versuchten, sich das Bild vorzustellen.
    
    „Doch sie war kein Mensch. Sie war eine Kumiho!", ließ De-Yong die Überraschung platzen.
    
    „Eine Kumiho?", riefen beide Männer gleichzeitig aus. „Ihr meint eine Fuchsdämonin?
    
    „Ja. Sie hatte den Kampf heimlich beobachtet und mein Amulett gesehen, was ich zu dem Zeitpunkt an meinem Hals trug. Ein Schutzamulett meines Ur-Urgroßvaters. Und das hatte ausgerechnet diese Kumiho ihm übergeben, als Dank für seine Hilfe, vor langer, langer Zeit!"
    
    „Oh!", war alles, was die Männer hervorbrachten.
    
    „Ja. Sie hatte den Samurai getötet und mir mein Leben gerettet, um die Schuld gegenüber meinem Ahnen zu tilgen."
    
    „Leutnant, was geschah dann?", wollte Cha-He ungeduldig erfahren.
    
    „Nun, sie hatte zwar meine Wunden versorgt, doch die waren noch immer sehr tief. Es bestand große Wahrscheinlichkeit, dass ich noch daran starb. Daher bat ich sie um einen Beistandspakt."
    
    „Ihr habt einen Dämon um Beistand angefleht?"
    
    Die Männer sahen De-Yong entsetzt an.
    
    Er nickte.
    
    „Ja, denn ich war verzweifelt. Alleine, sehr schwer verletzt im Wald. Was hättet ihr getan?"
    
    Langsam nickten die Soldaten zustimmend.
    
    „Was ich aber zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, war, dass ich mich dadurch lebenslang an diesen Dämon binden würde!"
    
    „Ihr seid den Pakt also nicht eingegangen?", wollte nun Ju-Won wissen, welcher bisher selten geredet hatte. Vermutlich auch, weil De-Yong nicht sein Offizier gewesen war, und er ihn nicht ...
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