1. Kumiho Na-Ri 02


    Datum: 11.10.2023, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,

    ... nicht mehr besonders auf.
    
    „De-Yong, du musst Blut trinken!", meldete sich Na-Ris Stimme plötzlich wieder in seinem Kopf.
    
    „Nein, nicht jetzt. Warte noch ein wenig, dann treffen wir deine Schwester!"
    
    „Jetzt, De-Yong!"
    
    „Nein, es geht nicht. Ich habe keine Kraft mehr. Und wie und wo soll ich jetzt hier jemanden überwältigen? Sieh dich mal um, was hier los ist!"
    
    Na-Ri antwortete nicht mehr und De-Yong nahm es als Zeichen, dass sie ihm zustimmte.
    
    Gefühlt dauerte es eine Ewigkeit, bis er am Schrein ankam, wo Yun ihn bereits ungeduldig erwartete.
    
    „Da bist du ja endlich! Gib her!" Ungeduldig nahm sie ihm die Kiste ab, öffnete sie und blickte hinein.
    
    „Schwester, du bist in Sicherheit", sprach sie leise, setzte die Kiste ab und hob mit beiden Händen vorsichtig den Fuchskopf heraus.
    
    De-Yong beobachtete das Ganze beiläufig, während er aus einem Versteck seine Händler-Klamotten herauszog und sich entkleidete.
    
    Na-Ri öffnete ihre Augen und blinzelte ihre jüngere Schwester müde an.
    
    „Es ist zu spät!", erklang es plötzlich in De-Yongs Kopf, und er erstarrte in seinen Bemühungen, seine Wunden mit streifen seiner Musiker Verkleidung zu verbinden.
    
    „Was?", fragte er.
    
    „Was?", fragte Yun.
    
    „Sie spricht zu mir, in meinem Kopf!", erklärte er ihr ungeduldig.
    
    „Was sagt sie?"
    
    „Sie meint, es ist zu spät!"
    
    „Nein!", sagte Yun bestimmt. „Das kann nicht sein. Wir müssten noch viel Zeit haben. Schwester, du bist so ...
    ... mächtig!"
    
    „Du Narr hast kein Blut getrunken. Ich habe dir eben beim Kampf meine letzte Kraft gegeben. Wenn Yun das erfährt, bringt sie dich um! Aber letztlich ist es egal. Beim nächsten Vollmond wirst auch du sterben! Ich werde in dir neu geboren. Regele deine Angelegenheiten! Und sag Yun, sie soll sich vor dem Priester in acht nehmen. Und sie soll meinen Kopf jetzt verbrennen."
    
    „Aber warum? Was, wenn wir dir Blut besorgen? Komm, du kannst von mir trinken, dann hast du wieder Kraft!", rief De-Yong verzweifelt.
    
    „De-Yong, du hast keinerlei Kraft mehr in dir, welche du mir geben kannst, und ich bin nur noch wenige Augenblicke hier. Schon zieht es mich in meine Sphäre. Lebe wohl!"
    
    Die letzten Worte wurden immer schwächer und mit einem Mal war wieder leere in De-Yong, wo eben noch Na-Ris Geist gewesen war.
    
    Das Leuchten in den Fuchsaugen erlosch, und der Unterkiefer sank kraftlos herab.
    
    Mit kaum kontrolliertem Zorn im Gesicht blickte Yun vom Kopf auf und zu De-Yong.
    
    „Weshalb konnte sie ihre Energie nun nicht mehr von dir nehmen? Hast du nicht vorher genug Blut getrunken, wie ich dir befohlen hatte?"
    
    Kraftlos und ohne Hoffnung, ließ De-Yong sich zu Boden sinken und lehnte sich mit seinem Rücken gegen eine Säule, seine Beine weit nach vorne ausgestreckt.
    
    Weit öffnete er die Arme, um den Tod willkommen zu heißen.
    
    „Nein, und du darfst mich dafür jetzt umbringen!"
    
    Mit einem wütenden Aufschrei stürzte sich Yun auf De-Yong. 
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