1. Elisabeth, Betty, Sissy 02. Teil


    Datum: 19.12.2023, Kategorien: Betagt,

    ... ging ganz elegant mit einer netten Bemerkung darüber hinweg.
    
    Beim anschließenden Digestiv fragte Sir Arthur Elisabeth geradehinaus.
    
    „Nun, meine Liebe! Können Sie sich vorstellen für mich zu arbeiten? Ich kann Ihnen versichern, Sie werden es genießen. Auch wenn die Hauptaufgabe erst für Sie sehr groß sein wird, werden Sie sich ihr gerne hingeben, wenn Sie sich erst einmal daran gewöhnt haben."
    
    Sir Arthur und Tante Elvira tauschten einen langen rätselhaften Blick.
    
    Elisabeth war sprachlos, wie ich sie noch nie gesehen hatte. Es war, als ob der Sir sie verzaubert hätte und sie deshalb nichts sagen konnte. Sie sah ihn nur die ganze Zeit mit aufgerissenen Augen an und schien alles, was er vorschlug, wortlos zu akzeptieren.
    
    „Also ich schlage vor, dass ich Sie erst zum näher Kennenlernen ein Wochenende mit auf mein Schloss nehme, da mache ich Sie mit den Dingen vertraut, wofür ich Sie brauchen werde."
    
    Wieder so ein Blick zwischen Sir Arthur und Tante.
    
    „Wenn Sie nichts anderes vorhaben, dann könnten Sie gleich mit mir kommen. Ich bringe Sie dann sonntagabend wieder zu Ihrem Ehemann, der Sie ja sicher vermissen wird. Dann haben sie bestimmt einen guten Eindruck, von den Pflichten, die ich Ihnen angedeihen lasse."
    
    Auch jetzt antwortete meine Ehefrau nicht. Aber sie erhob sich, wie als Einwilligung, dass sie bereit sei mit dem Sir mitzugehen.
    
    „Fein. So gehen wir!" Der Sir machte sich zum Aufbruch bereit.
    
    Es lag so etwas wie Magie in der Luft.
    
    Elisabeth ...
    ... folgte ihm ohne Einspruch.
    
    „Aber Liebling!" wollte ich noch einwenden, „Du musst doch noch packen!"
    
    „Keine Sorge", antwortete Sir Arthur anstelle meiner Frau, „sie wird nicht viel brauchen. Und das, was sie braucht, das habe ich auf meinem Schloss."
    
    So fand der Lunch ein unerwartetes Ende, das wie abgekartet ablief.
    
    Sir Arthur verabschiedete sich von Tante Elvira mit einem zarten Kuss auf die Wange, zu mir neigte er kurz und knapp sein Haupt, dann verschwand er durch die Türe, meine Frau folgte ihm still ohne Abschied.
    
    „Och!" seufzte die Tante hingerissen, „Ist Sir Arthur nicht ein toller Mann, ein richtiger Kerl?"
    
    Ich stimmte ihr zu. Er war wirklich beeindruckend, ja geradezu dominierend. Und das nach so kurzer Bekanntschaft.
    
    Jetzt erst wurde mir bewusst, dass Elisabeth das ganze Wochenende nicht bei uns sein würde.
    
    Ich fürchtete schon, dass es mit der Tante langweilig werden konnte.
    
    Erstmal zog ich mich in mein Zimmer zurück.
    
    Aber nach dem Dinner wünschte die Tante, dass ich ihr im Salon Gesellschaft leistete.
    
    Sie trank wie immer abends einige Gläser Cognac und begann von sich zu erzählen.
    
    Ich hörte nur mit halben Ohr zu.
    
    Dass sie im Herrschaftshaus der Lordschaft gearbeitet hätte, dass sie Sir Arthur kannte seit er elf Jahre alt und sie noch ein junges Ding war. Dass sie ihn erzogen hätte. Sie hätte ihm viel beigebracht, und er wäre ja so neugierig gewesen. Dafür hätte es von dem alten Herrn, Seiner Lordschaft, immer extra Geld gegeben. ...
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