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Valyna 02: Der Zweikampf
Datum: 23.03.2024, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... verloren. Sie wusste nicht, wie lange es her war, dass Prinz Heinrich sie gefunden hatte und kurz darauf die böse Zauberin ihn in ihren Bann geschlagen und vor den Augen der Gefesselten verführt hatte, um ihr jede Hoffnung auf Rettung zunichte zu machen. Manchmal zweifelte Laureana sogar, ob all das tatsächlich passiert war oder es sich ein weiteres Mal nur um ein falsches Trugbild ihrer Kerkermeisterin gehandelt hatte, um sie zu foltern. Zumindest war sie aus der unbequemen Stellung in der gewölbten Kammer, hochgereckt an Ketten, so dass sie kaum auf Zehenspitzen balancieren konnte, befreit und in eine kleinere Zelle verbracht worden. Dafür hatte man ihr das letzte Kleidungsstück, das ihren zarten Leib noch einigermaßen bedeckt hatte, fortgenommen. Einen Sinn konnte sie in all diesen Schikanen nicht erkennen. Aber brauchte ein Wesen, das die Bosheit selbst zu sein schien, überhaupt einen Grund dafür, sein Opfer zu erniedrigen? Es war dunkel in ihrem winzigen Gefängnis bis auf schwaches rötliches Licht, das durch einen Spalt am unteren Ende der massiven Tür fiel. Ihre Augen hatten sich so an das Halbdunkel gewöhnt, dass ihr sofort auffiel, als sich das Leuchten veränderte. Ein an- und abschwellender Schimmer wirkte, als trage jemand eine pendelnde Laterne. Kurz darauf hörte Laureana schwere Schritte näherkommen, die direkt vor ihrer Tür stoppten. Dann wurde ein Riegel knirschend zur Seite geschoben. Nichts Gutes ahnend drückte sich die Prinzessin in die hinterste ...
... Ecke ihres Verlieses und starrte ängstlich auf den Ausgang. Als das hässliche Gesicht eines Ogers im breiter werdenden Türspalt auftauchte, schrie die Gefangene auf. Im Licht- und Schattenspiel der Lampe, die er auf dem schmutzigen Boden abgestellt hatte, erschienen seine grobschlächtigen Züge besonders monströs. Mächtige Muskeln spannten sich unter seiner dicht behaarten, ledrigen Haut. Einen fleckigen Lendenschurz trug er als einziges Kleidungsstück. „Geh weg, du Ungeheuer. Lass mich in Frieden!" Entweder wollte oder konnte er sie nicht verstehen. Ein langer Arm schon sich in die Zelle und eine schwielige Hand mit abgebrochenen Fingernägeln packte die kreischende Frau. Im Vergleich mit dem massigen Wärter wirkte sie beinahe wie eine Puppe. Ohne jede Anstrengung warf er sein zappelndes Bündel über eine Schulter und stapfte den Gang entlang und dann eine steile Treppe hinauf, die nicht enden wollte. In ihrer unbequemen Lage hatte die Prinzessin den ungehinderten, aber vollkommen unerwünschten Anblick der Rückpartie ihres Entführers, über das muskulöse Gesäß bis zu den stämmigen Beinen. Ekelerregender Gestank, der aus den niederen Regionen des Ogers aufstieg, überschwemmte ihre Nase und ließ ihre Augen tränen. Schließlich erreichte das seltsame Paar einen offenen Zugang zu einem kleinen, schmucklosen Raum. Der Riese warf sein Paket einfach hindurch. Dann zog er die Tür zu, deren Verschluss hörbar zuschnappte. Der Aufprall auf den Boden hatte Laureana benommen ...