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Valyna 02: Der Zweikampf
Datum: 23.03.2024, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie,
... gemacht. Im Bemühen, den Kopf wieder frei zu bekommen, blinzelte sie und atmete kräftig durch. Die Luft war trocken und staubig, doch nach der vorangegangenen Erfahrung glücklicherweise geruchslos. Als sie sich einigermaßen besser fühlte, rappelte sie sich auf, wankte zum Ausgang und rüttelte versuchsweise daran. Er war fest verriegelt. Dann drangen Stimmen und andere Geräusche in ihr Bewusstsein. Neugierig sah sie sich nach deren Quelle um. Das Zimmerchen war winzig, kaum zwei Schritte durchmessend, und entbehrte jeder Einrichtung. Das einzige Merkmal war ein bodentiefes Fenster, das den Blick auf das Nachbarzimmer gewährte. Von dort drangen die Laute herein. Das Fensterglas verzerrte die Sicht derart, dass man den gesamten Nebenraum überschauen konnte, obwohl dieser wesentlich größer war, als der Beobachtungsposten der Betrachterin. Laureana erkannte kostbare Möbelstücke, allen voran ein großes Bett, das ihre Aufmerksamkeit anzog. Darauf lagen zwei Personen in inniger Umarmung. Entsetzt erkannte sie Prinz Heinrich, der die Hexe Valyna liebkoste. Selbstverständlich wandte sie sofort ihre Augen ab, doch konnte sie nicht umhin, der Unterhaltung der beiden zu lauschen, denn so wie das seltsame Fenster die Sicht auf den gesamten Raum öffnete, verstärkte es auch die Töne, damit man jedes geflüsterte Wort verstehen und das kleinste Geräusch hören konnte. Sie hämmerte mit den Fäusten gegen das Glas und schrie Heinrichs Namen, um ihn auf sich aufmerksam zu machen. Doch ...
... er nahm keinerlei Notiz von ihr. Offenbar handelte es sich um ein magisches Fenster, das nur in eine Richtung durchlässig war. Verzweifelt rutschte Laureana mit dem Rücken an der Wand herab, bis sie auf dem Boden saß. Tränen rannen ihre Wangen hinab. Ihrem Verlobten so nah zu sein und ihn doch nicht erreichen zu können, war die perfideste Qual, die sich die Hexe bislang ausgedacht hatte. Und noch dazu musste sie mit ansehen und anhören, dass er entweder völlig den Verstand verloren hatte oder willenlos unter einem bösen Bann stand. Wie sonst wäre zu erklären, was er tat? * Nachdem Heinrich sich zum ersten Mal auf dem Bett über die Verführerin gebeugt hatte, nahm er sich vor, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. So schwer, wie er gedacht hatte, fiel es ihm nicht, denn äußerlich war sie wunderschön und makellos. Er hätte sie attraktiv empfunden, wenn er von ihrem verkommenen Charakter absehen könnte. Er mühte sich, innerlich distanziert zu bleiben, während er falsche Komplimente und Liebesbezeugungen säuselte und die sich auf dem Laken räkelnde Schöne am ganzen Körper küsste und liebkoste. Nach und nach entledigte er sie der wenigen Kleidungsstücke, die sie am Leib hatte, so dass er sich auch den vormals verborgenen Reizen widmen konnte. Er wandte alle Kenntnisse und Fertigkeit an, die er im Umgang mit diversen, mehr oder minder edlen Damen gesammelt hatte. Und den Reaktionen und Seufzern nach, die seine Bettgefährtin von sich gab, schien sie durchaus zu genießen, was ...