1. Offen 01


    Datum: 07.04.2024, Kategorien: Sonstige,

    ... aufgrund eines anderen nicht teilnehmen können. Der erste Teil des Projektes bestand in der Erstellung einer zeitgemäßen Wissensdatenbank und der Migration der vorhandenen Quellen, der zweite Teil dann in Prozess- und Programmoptimierung, sowie Rationalisierung.
    
    Sie sollte mir vor allem die vorhandenen Quellen sowie die Systeme vorstellen. Sie lächelte mich freundlich an, als ich mich vorstellte, eine Frau mit mittelbraunem Haar, das sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte, kleinen Fältchen an den Augen, die auf ein Alter jenseits der Dreißig zu deuten schien, gekleidet in einem knielangen Rock und einer weißen Bluse. Beide betonten die ansprechende schlanke Figur.
    
    Sie war sehr dezent geschminkt und machte einen freundlichen, aber zurückhaltenden, fast verklemmt wirkenden Eindruck. Dem Akzent nach war sie eine waschechte Hamburgerin. Sie hatte wunderschöne braune Augen, zuckte öfter unmerklich mit den Augenlidern, oder schloss sie fallweise unwillkürlich.
    
    Das ich selber ja fallweise mal Kontaktlinsen trug, fiel es mir nicht schwer dies als Ursache auszumachen. Offenbar saßen sie nicht optimal, oder zu trockene Augen lösten es aus. Im Gegensatz zu vielen der anderen Mitarbeiter, die ich an diesem Tag kennengelernt hatte, wirkte sie fast altmodisch professionell gekleidet und analog in ihrem ganzen Auftreten.
    
    Auch ich hatte mich entgegen der sonst in unserer Firma eher laxen Kleiderordnung mit Hemd und Anzugshose ausstaffiert, worin ich mich nicht ...
    ... wirklich wohl fühlte. Ich rannte sonst immer in Jeans und T-Shirt rum, bei den wärmeren Temperaturen auch gerne mal in kurzen Hosen, aber so etwas kann man bei einem Kundenbesuch ja schlecht machen.
    
    Sie versorgte mich zunächst mit Kaffee und gab bekannt, dass wir um ein Uhr Lunch in einem nahen Bistro zu uns nehmen würden und sie mich am Abend in mein Hotel fahren würde. Seit meinem Eintreffen in der Firma war nun bereits mehr als eine Stunde vergangen, also fragte ich schüchtern, ob wohl vor dem Beginn ihrer Vorträge vielleicht eine kurze Zigarettenpause möglich wäre.
    
    "Unbedingt. Ich bin froh, dass Sie das fragen. Ich bin auch nicht zum Rauchen gekommen. Wir müssen eine Etage tiefer, da gibt es einen großen Raucher-Balkon. Folgen Sie mir bitte vertrauensvoll."
    
    Der Balkon glänzte im Sonnenlicht, außer uns waren nur zwei andere Mitarbeiter dort, die sich abseits unterhielten. Am Morgen war es nach zwei verregneten Tagen zunächst auch kühl gewesen, nun aber hatte die Wolkendecke sich gelichtet und die Sonne stach schon ziemlich heftig an diesem Spätvormittag, so dass ich als erstes mein Hemd etwas weiter aufknöpfte.
    
    Sie erkundigte sich nach der Fahrt, und ob ich schon einmal in Hamburg gewesen sei, während wir rauchten und gab mir dann grob einen Fahrplan für die Vermittlung der Inhalte. Halt so, wie man als Geschäftspartner miteinander umgeht, wobei sie mit zunehmender Gesprächsdauer etwas lockerer wurde und auf meine kleinen Witzeleien freudig einstieg.
    
    Dann ging es ...
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