1. Offen 01


    Datum: 07.04.2024, Kategorien: Sonstige,

    ... zur Sache, und sie zeigte mir an ihren zwei beneidenswert großen Bildschirmen die Systeme und deren Aufbau. Auch ihr Büro blieb von der Sonne nicht verschont, und sie gab seufzend bekannt, dass die wohl vorhandene Klimaanlage leider nicht ordentlich funktionierte und sie ohnehin lieber öfter mal lüftete oder das Fenster offenließ. Und öffnete wie ich zuvor zwei weitere Knöpfe ihrer Bluse.
    
    Sie redete konzentriert und schnell, ich hatte direkt Mühe ihren Ausführungen zu folgen. Was mir nicht oft passierte, aber ich schaffte es trotzdem noch und machte mir unablässig Notizen, denn so gut wie früher funktionierte mein Gedächtnis nicht mehr.
    
    Etwas irritiert bemerkte ich, dass es nicht nur die Menge an Informationen war, sondern dass ich sie viel zu oft ansah, anstatt auf die Bildschirme und ihre Stimme hatte irgendwie ebenfalls etwas Bezauberndes.
    
    "Oh, schon nach eins. Wir sollten jetzt wirklich zum Essen. Ich hoffe, ich habe Sie nicht überfordert? Rede ich zu schnell? Das behaupten einige von mir. Können Sie noch folgen?"
    
    "Sicher, überhaupt kein Problem. Sie erklären das ausgezeichnet. Fragen werden sicher auftauchen, wenn wir mehr in die Tiefe gehen, aber ich glaube, ich habe soweit alles verstanden. Ich bin aber auch nicht böse drum, dass wir jetzt eine Pause machen. Die Lunge schmachtet langsam wieder."
    
    "Eben, eben. Ich habe seit heute Morgen um sechs nichts mehr gegessen, mir knurrt der Magen", gab sie lächelnd zurück. "Ich vergesse es einfach immer."
    
    "Das ...
    ... geht mir auch oft so", erwiderte ich schnell. Bei dem Meeting hatten sie allerdings ein paar Snacks gereicht und ich mich bedient.
    
    Wir fuhren mit dem Fahrstuhl herunter und rückten eng aneinander, weil sich im nächsten Stockwerk noch weitere Leute einfanden, die ihre Mittagspause außerhalb antreten wollten. Sie roch sehr angenehm, ohne dass ich sagen konnte, wonach genau, irgendwie frisch und fruchtig. Ich bot ihr vor der Tür eine Zigarette an, denn ich hatte mitbekommen, dass wir tatsächlich dieselbe Marke rauchten. Sie nahm dankend an.
    
    "Es ist nicht weit von hier, gleich um die Ecke. Es werden sicher auch einige meiner Kollegen dort sein, das Bistro ist sehr beliebt. Ich habe uns vorsorglich einen Tisch reservieren lassen."
    
    Wir setzten uns an diesen reservierten Tisch drinnen, mir wäre ein Platz draußen lieber gewesen, aber so hatten wir tatsächlich ein recht privates Eckchen, das ruhiger als das ansonsten recht volle und lebhafte Bistro war.
    
    Wir unterhielten uns nur wenig während des vorzüglichen Essens, wohl beide etwas verunsichert, denn ich war ohnehin nicht der Small-Talk-Künstler und hatte keine Lust mich in der Pause über die Arbeit und das Projekt zu unterhalten.
    
    Wir tranken einen Kaffee zum Abschluss, erst dann kam das Gespräch richtig in Gang.
    
    "Sie haben vier Wochen Urlaub, wurde mir berichtet? Fahren Sie irgendwie weiter weg?"
    
    "Ja, Mallorca. Ich gestehe, ich bin ein Gewohnheitsmensch, schon seit fünf Jahren fahre ich jedes Jahr."
    
    "Da war ...
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