1. Offen 01


    Datum: 07.04.2024, Kategorien: Sonstige,

    ... dreien. Auch mit Nina."
    
    "Was, ich dachte sie hat einen festen Freund?", kam die alarmierte Rückfrage.
    
    "Mit dem hat sie vorher Schluss gemacht", gab ich mit Herzklopfen zurück. "Unter anderem wegen mir."
    
    "Wegen... nein! Nein... sag, dass das nicht wahr ist", brachte sie mühsam hervor und brach in Tränen aus, als sie mich und meinen schuldbewussten Blick sah.
    
    "Doch, wir haben uns ineinander verliebt. Es ändert alles, und doch erst einmal nichts."
    
    "Was redest du... was soll das heißen? Ich verstehe überhaupt nichts mehr. Und... wieso sagst du, dass ihr alle miteinander geschlafen habt? Ich begreife nicht... was ist das für ein Irrsinn, drehst du jetzt völlig durch?"
    
    "Es ist eine eigenartige Situation, das stimmt, ja, irgendwie klingt das total irre. Aber zuerst: Sie will auf keinen Fall, dass ich dich wegen ihr verlasse. Ich soll nicht einmal daran denken und hätte das auch ohne diese Aufforderung nicht ernsthaft getan. Verstehst du? Ich liebe dich, ich liebe Luise, daran ändert sich nichts. Ich will bei euch bleiben und die Ehe weiterführen."
    
    "Wie großzügig von ihr. Natürlich spekuliert sie darauf, dass ich dich einfach rauswerfe, das Dreckstück. Und du glaubst dann auch noch an ihren Edelmut und sie ist fein raus."
    
    "Hör auf, so ist das nicht, sie könnte es nicht ertragen eine Ehe zu zerstören und einem Kind den Vater zu nehmen. Das waren ihre exakten Worte. Du kennst sie doch überhaupt nicht. Glaube mir, sie meint das so, da ist keine versteckte ...
    ... Agenda dahinter."
    
    "Mama!", tönte es aus dem Nebenzimmer.
    
    "Geh du zu ihr, ich kann jetzt nicht", forderte Anne mich auf.
    
    Das Hörspiel war zu Ende. Eigentlich durfte sie nur eins, aber sie war wie oft nach solchen Wochenenden noch überhaupt nicht müde. Normalerweise hätten Anne oder ich ihr etwas vorgelesen, aber wegen des laufenden Gesprächs machte ich ihr ausnahmsweise ein weiteres Hörspiel an.
    
    "Nicht streiten", meinte sie noch traurig, als ich hinausging. Sie hatte zwar wahrscheinlich nicht den Inhalt unseres Gespräches gehört, aber schon mitbekommen, dass etwas nicht in Ordnung war und wir unsere Stimmen erhoben hatten.
    
    "Wir streiten nicht, wir versuchen uns zu einigen", versuchte ich sie zu beruhigen. Mich auch?
    
    Anne weinte bitterlich, als ich zurückkam. Ich stellte mich hinter sie und strich über ihr Haar, aber sie wehrte mich ab. Ich zog meinen Schreibtischstuhl an ihren heran und wartete, dass sie sich etwas beruhigte.
    
    "Dass du daran denken könntest, mich rauszuwerfen, ist mir als Möglichkeit gar nicht eingefallen", fing ich dann an. "Ich verstehe, dass du verletzt bist. Und wenn du tatsächlich möchtest, dass ich gehe... tue ich das. Das ist aber nicht, was ich möchte, verstehst du? Nochmal: Ich liebe dich. Ich möchte bei dir bleiben."
    
    Sie war eine ganze Weile nicht fähig zu antworten.
    
    "Wenn ihr frisch verliebt seid, wieso hast du dann mit den anderen beiden Frauen geschlafen?", wollte sie nach einiger Zeit wissen.
    
    "Sie haben sehr enge ...
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