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Offen 01
Datum: 07.04.2024, Kategorien: Sonstige,
... Freundschaften, die auch auf Teilen beruhen." "Teilen? Was sind das für schreckliche Frauen, was redest du da? Sie tauschen ihre Männer einfach untereinander aus? Ist das wegen dieser Drogen? Ich begreife das alles nicht." "Nein, es ist offen zu sein und Menschen, die ihnen nahestehen, an ihren schönen Erlebnissen teilhaben zu lassen. Es tut keinem weh, es ändert nichts an den Gefühlen, es verliert keiner was dabei. Im Gegenteil. Das ist ihre Einstellung. Eine Einstellung, mit der ich mich ebenfalls identifiziere. Das ist im Grunde genau das, was ich wollte und will. Die emotionale Komponente bei Nina und mir verkompliziert alles ein wenig, aber an dieser Grundeinstellung ändert sie genauso wenig, wie an meinen Gefühlen zu dir." "Das kann doch gar nicht funktionieren, erst offene Beziehung, jetzt Polyamorie? Das willst du doch, oder was soll das werden?" "Warum soll das nicht funktionieren? Was verlierst du dabei? Liebe ist doch kein Spiel um Besitz." "Komm, hör mit diesen Lesebuch-Sprüchen auf, das geht ja gar nicht. Diese Scheiß-Drogen und verrückten Party-Girls haben dir doch völlig den Kopf verdreht, du weißt doch gar nicht mehr, was für eine Scheiße du da redest." "Die verrückten Party-Girls sind allesamt ein paar Jahre älter als du und ganz normale Frauen mit Wünschen, Bedürfnissen und Ängsten. Das hat mit den Drogen überhaupt nichts zu tun. Willst du Nina vielleicht kennenlernen? Vielleicht fällt es dir dann leichter, alles zu verstehen." "Du ...
... spinnst doch wohl, am liebsten schließen wir das Ganze in einem flotten Dreier ab, was? Oder holen wir die zwei anderen Schlampen auch noch mit dazu?" "Nicht streiten", tönte es kläglich aus dem Babyphone. "Komm, lass uns das jetzt abbrechen, es bringt nichts und das Kind leidet", sagte ich leise zu ihr. "Das hättest du dir vorher überlegen sollen, du Mistkerl. Jetzt fällt dir ein, dass du ein Kind hast, dem du damit auch weh tust?" Das war ein Tiefschlag, der mich ausknockte. Ich schnappte mir meine Zigaretten und floh auf den Balkon. Dort brach ich dann in Tränen aus. Ich hätte wahrscheinlich mehr als die zehn Minuten, die es wurden, dort verbracht, als mich ein einsetzender heftiger Regenschauer wieder in die Wohnung trieb. Anne war noch bei dem Kind drüben und sang ihr etwas vor. Ich zog meinen Stuhl wieder zu meinem Schreibtisch und legte mich aufs Sofa. Meine Gedanken rasten, aber es gelang mir nicht irgendeine Ordnung hineinzubringen. Am liebsten hätte ich mich bei Nina oder Larissa ausgeheult, aber das wäre vermutlich von Anne alles andere als gut aufgenommen worden. Anne kehrte zurück und setzte sich wortlos an ihren Computer, würdigte mich keines Blickes. Ich wartete eine Weile ab, aber von ihr kam nichts. "Schläft sie?" "Ja." "Möchtest du die Sache weiter besprechen?" "Was gibt es noch zu besprechen? Du machst doch sowieso, was du willst, ohne Rücksicht auf Verluste." "Was soll ich denn deiner Meinung nach tun? Nina nicht mehr sehen? Ist ...